Freitag, 12. Februar 2021

Zu schön, um wahr zu sein: Der Trick mit den falschen Profilen

In Lockdown-Zeiten suchen viele, die gern jemanden kennenlernen möchten, mit dem sie den Valentinstag verbringen können, auf Online-Singlebörsen nach dem passenden „Match“. Vorsicht ist dabei angesagt, warnt das Europäische Verbraucherzentrum Bozen, um sein Herz nicht an einen Hochstapler zu verlieren.

Klingt zu gut, um wahr zu sein? Dann sollten bei Nutzern von Singlebörsen im Internet die Alarmglocken schrillen.
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Klingt zu gut, um wahr zu sein? Dann sollten bei Nutzern von Singlebörsen im Internet die Alarmglocken schrillen. - Foto: © Shutterstock / shutterstock
Eine Verbraucherin berichtete dem Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen, wie es ein Online-Sigle-Plattform-Nutzer mit dem Namen Red07 geschafft hatte, sie für sich zu gewinnen: „Wenn das, was ich schreibe, in dir wiederschwingt, dann nur, weil wir Äste ein und desselben Stammes sind. Darum lass uns einander besser kennenlernen.“

Red07 schien alles zu bieten, was sie sich von einem Mann wünschte. Leider stellte sich heraus, dass das, was der vermeintlich Verliebte ihr erzählte, zu schön war, um wahr zu sein.

Hinter dem Profil versteckte sich ein sogenannter IKM-Schreiber. Das Kürzel IKM steht für Internet-Kontaktmarkt. Diese Schreiber werden von den Betreibern der Single-Seiten dazu beauftragt, die User in zahlungspflichtigen Chatrooms zu halten, damit diese noch mehr Geld ausgeben und kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaften abschließen, um sich länger und auch privat unterhalten zu können, warnt das Verbraucherzentrum.

Echte und gefälschte Profile unterscheiden

Die IKM-Schreiber erfinden also falsche Profile und posten Fotos von attraktiven Personen. Anschließend kontaktieren sie jene Nutzer, die bereit sind, für das Chatten und Flirten in Chatrooms zu bezahlen. Für die Verbraucher ist es häufig nicht leicht, zu erkennen, dass es sich um ein erfundenes Profil handelt, und dass der Schreiber sein Interesse nur vortäuscht.

Das Verbraucherzentrum hat einige Tipps zusammengefasst, damit Sie nicht zur Beute von IKM-Schreibern werden:

Achten Sie auf die allgemeinen Vertragsbedingungen der Singleseiten: Dort finden Sie das Kürzel IKM zwar nicht ausdrücklich erwähnt; es könnte jedoch einen Hinweis geben, dass die Betreiber mit Moderatoren oder Animateuren zusammenarbeiten, die sich, unter Nutzung verschiedener Identitäten, mit den Verbrauchern in Chatrooms unterhalten können.

Versuchen Sie zu kontrollieren, ob das gepostete Foto bereits anderswo im Internet oder in sozialen Netzwerken verwendet wurde.

Vergewissern Sie sich, mit wem Sie chatten: Wenn Sie sein oder ihr Profil online noch nie gesehen haben, suchen Sie im Internet, ob bereits andere Personen mit diesem Profil in Kontakt waren.

Stellen Sie Ihren Chatpartner auf die Probe: Schlagen Sie ihm vor, über günstigere Kommunikationssysteme weiter zu chatten oder zu flirten, wie z. B. mittels E-Mail oder Instant-Messaging-Systemen: Wenn sich hinter dem Profil ein IKM-Schreiber verbirgt, so wird dieser Ihren Vorschlag immer ablehnen.

stol