Von Florian Mair<BR /><BR />„In den 1970er Jahren suchte die Firma Zuegg viele Mitarbeiter“, erinnert sich Maier. 1972 trat er deshalb in das Unternehmen ein. Zunächst als Hilfsarbeiter, stieg er bald nach seiner Rückkehr vom Militärdienst zum „Koch“ in der Fruchtzubereitung für Joghurt auf. „Ich war in der Fabrik 2 tätig, die dort stand, wo heute der MPreis zu finden ist“, erklärt Ivo Maier. In den letzten 3 Jahren seiner Zuegg-Karriere arbeitete der langjährige Betriebsrat in der Qualitätskontrolle.<BR /><BR /> Die Schließung der Produktionsstätten in Lana sei nicht aus heiterem Himmel gekommen, sie habe sich über längere Zeit abgezeichnet, blickt Maier zurück. Denn in den 1980er Jahren habe die Firma Zuegg bereits erste Überlegungen angestellt, die Produktion in ein neues Werk nahe Verona zu verlagern. Und Ende der 1980er Jahre habe das Traditionsunternehmen eine Fabrik in Ostdeutschland übernommen – zu einem Spottpreis. „Etwa 25 Arbeiter aus der ehemaligen DDR wurden dann bei uns in Lana ausgebildet“, erzählt Maier. „Das gab uns zu denken.“ <BR /><BR />1994 kündigte Oswald Zuegg schließlich ohne Umschweife die Schließung zum Jahresende an. Gemeinde und Land versuchten, das Ruder herumzureißen. „Der Chef blieb aber dabei. Zuegg war auch sonst ein harter Verhandler, wenn es um Betriebsabkommen und um den Kollektivvertrag ging“, verrät der 71-Jährige. <BR /><BR /> Viele der Zuegg-Arbeiter hatten sich bis dahin eigentlich darauf eingestellt, bis zur Pensionierung im Unternehmen zu verbleiben. „Deshalb hatten viele eine Wohnung in Lana gekauft“, erinnert Ivo Maier, der seit Jahrzehnten in Lana lebt. „Zu Streiks oder Protesten kam es zu guter Letzt nicht, obwohl die Stimmung natürlich im Keller war. Sie hätten auch nichts gebracht.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1113243_image" /></div> <BR />Schon kurz nach der Ankündigung der Schließung verließen die ersten Arbeiter die Firma. „Zuegg-Mitarbeiter waren damals sehr gefragt, weil sie gut ausgebildet waren“, betont Ivo Maier. „Deshalb hatten wir alle auch keine Probleme, eine neue Arbeit zu finden.“ Zudem habe sich das Unternehmen Zuegg mit der Auszahlung von Abfindungen sozial gezeigt. „Allen Mitarbeitern, die nicht in Rente gegangen sind, hat die Firma auch geholfen, eine neue Arbeit zu finden“, weiß er. „Viele kamen beispielsweise beim Schnapshersteller Pircher, beim Meraner Milchhof oder beim Unternehmen Zipperle unter. Mit nach Verona gegangen ist nur ein Mitarbeiter – ein Italiener.“ <BR /><BR /><b>Nein zu Erweiterung</b><BR /><BR />Ivo Maier wechselte im September 1994 zum Unternehmen Iprona, blieb dort 3 Jahre und arbeitete dann bis zu seiner Pensionierung bei Kolping in Bozen. „In den letzten Monaten bei Zuegg in Lana war das Arbeiten auch nicht mehr angenehm: Maschinen wurden abgebaut und im Werk bei Verona wiederaufgebaut. Und die Anzahl der Mitarbeiter ging immer weiter zurück“, sagt Maier, der sich an die Freizeitaktivitäten der Zuegg-Mitarbeiter außerhalb der Firmenmauern immer wieder gerne und lebhaft erinnert.<BR /><BR />Warum hat das Unternehmen Zuegg Lana verlassen? „Offiziell hieß es damals, aus betriebswirtschaftlichen Gründen sei dieser Schritt nötig“, blickt Ivo Maier zurück. „Ich habe aber eine andere Vermutung, weil die Firma Zuegg immer schon in Richtung Niederlana erweitern wollte. Die Gemeinde Lana ließ das aber nicht zu. In meinen Augen war das der ausschlaggebende Grund, Lana den Rücken zu kehren.“ <BR /><BR />Übrigens: Die Verwaltung des Unternehmens Zuegg blieb noch bis 1998 in Lana.