Dienstag, 09. Januar 2018

Zustand von Migranten aus Libyen verschlechtert sich

Im Mittelmeer gerettete Migranten sind nach Beobachtung von privaten Seenotrettern in einer zunehmend schlechten körperlichen Verfassung. Die Menschen, die von Libyen aus die gefährliche Flucht nach Europa wagen, litten immer häufiger an Hauterkrankungen, erklärte die Hilfsorganisation SOS Mediterranee am Dienstag.

Die gesundheitliche Lage der Migranten ist weiterhin schlecht. Sie leiden immer häufiger an Hautkrankheiten.
Die gesundheitliche Lage der Migranten ist weiterhin schlecht. Sie leiden immer häufiger an Hautkrankheiten. - Foto: © APA/AFP

Dies sei auf die „katastrophalen hygienischen Zustände“ in Lagern in dem Bürgerkriegsland zurückzuführen. „Bei unseren letzten Einsätzen um Weihnachten gab es Babys und Kinder, deren Körper vollständig übersät waren von roten, juckenden Pusteln“, sagte der Rettungskoordinator an Bord des Rettungsschiffs „Aquarius“, Klaus Merkle, laut Mitteilung. „Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass Menschen – Erwachsene und Kinder – in Libyen monatelang unter schrecklichen Bedingungen inhaftiert sind.“

Eine ähnliche Beobachtung hatte Ende des Jahres das Flüchtlingshochkommissariat UNHCR geäußert. Einige Menschen harren monatelang bis zu eineinhalb Jahren in libyschen Haftzentren aus und seien geschwächt, dehydriert oder wiesen Spuren von Folter und Gewalt auf, wenn sie von seeuntauglichen Booten gerettet werden.

Seit Abkommen mit Lybien: weniger Ankünfte von Menschen in Europa  

Libyen ist für Flüchtlinge das wichtigste Transitland nach Europa. Schätzungen zufolge sitzen zwischen 400.000 und eine Million Migranten in dem von Gewalt zerrissenen nordafrikanischen Land fest und hoffen auf die Überfahrt über das Mittelmeer. Seit die italienische Regierung ein Abkommen mit Libyen geschlossen hat und die Küstenwache des Landes unterstützt, kommen weniger Menschen in Europa an.

apa/dpa

stol