Sonntag, 20. März 2016

Zwei „Überflieger“ dominieren Helmissimo

Wer zum Helmissimo antritt, zählt zweifelsohne zu den Hartgesottenen im Skisport. Der mit viereinhalb Kilometern längste Riesentorlauf des Pustertales erlebte am gestrigen Samstag in Vierschach seine neunte Auflage. Bei Bilderbuchwetter und einer perfekten Piste war für die 390 Athleten aus acht europäischen Nationen Hochspannung angesagt. Diese spürten auch die Zuschauer, die mit den Läufern auf der Fahrt durch die 108 Tore mitfieberten, als sich die Ereignisse überschlugen.

Strahlten mit der Wintersonne um die Wette: der Villnösser Ossi Pramsohler und die Innichnerin Karoline Trojer. Sie drückten dem 9. Südtirol Helmissimo ihren Stempel auf.
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Strahlten mit der Wintersonne um die Wette: der Villnösser Ossi Pramsohler und die Innichnerin Karoline Trojer. Sie drückten dem 9. Südtirol Helmissimo ihren Stempel auf.

Sextner Dolomiten - Die Ausgangsposition war klar: die Innichnerin Karoline Trojer zählte nach ihren Siegen von 2012, 2013, 2014 und 2015 zur ganz großen Favoritin auf den Gesamtsieg.

Bei den Herren hatte der Kärntner Stefan Lussnig bereits die vorangegangenen Riesentorläufe des Gigantissimo am Haunold und des Comelissimo in Padola gewonnen - sie gehören gemeinsam mit dem Helmissimo zur Sextner Dolomiten-Superkombi. Er ist zudem amtierender Mr. Helmissimo des vergangenen Jahres.

Trojer macht sich zur ungekrönten Skikönigin

Die kleine drahtige Karoline Trojer, das Fliegengewicht unter den Damen, legte mit der Startnummer 23 eine Traumzeit von 3:15,72 Min. vor, die kein Läufer mehr toppen konnte. „Es waren genau meine Verhältnisse – kalt und griffig, der Ski lief optimal."

Trojer machte sich nach dem neuerlichen Sieg zur ungekrönten Helmissimo-Skikönigin. Mit fünf Siegen in Folge überholte sie damit die bis dahin gleichauf liegende Michaela Watschinger aus Vierschach, die ebenfalls vier Gesamtsiege auf ihrem Konto stehen hat und nun baldigen Mutterfreuden entgegenblickt.

Pramsohler katapultiert sich zurück ins Spitzenfeld

Bei den Herren ließ zunächst der Österreicher Klaus Gstinig mit einer Zeit von 3:21,39 aufhorchen. Es dauerte bis zur Startnummer 249, als Ossi Pramsohler ins Rennen ging und mit 3:16,79 Min eine neue Bestmarke hinlegte. Alles wartete nun auf den zu jagenden Kärntner Stefan Lussnig mit der Startnummer 291. Doch Lussnig hatte Probleme und im flachen Teil einen schlechten Ski erwischt.

Er kam mit über 3 Sekunden Rückstand ins Ziel. Das Rennen schien gelaufen, doch da kam Francesco Veluscek (Startnummer 336) aus dem Comelico und brachte das Klassement mit der zweitbesten Zeit des Tages von 3:19,66 Min. noch ordentlich durcheinander. Doch an Pramsohlers Gesamtsieg war nicht mehr zu rütteln. Der Villnösser trug sich damit nach 2011, 2012 und 2013 zum vierten Mal in die Helmissimo-Siegerlisten ein. So standen mit Karoline Trojer und Ossi Pramsohler die „Überflieger“ des Tages fest. Die Mannschaftswertung holte sich das Team der Skischule Innichen vor dem Völkl Team Südtirol und dem Skiclub Eisacktal.

Lussnig beschenkt sich mit der Superkombi

Versöhnlich endete der Tag für den Österreicher Stefan Lussnig aus Hermagor. Er entschied mit der drittbesten Laufzeit beim Helmissimo die Sextner Dolomiten-Superkombi für sich vor Mattia Tonon (Padola Comelico) und Markus Steiner (Olang).

Die Superkombi der Damen ging an Manuela Sinigoi vor Agnes Kirchler und Johanna Wibmer. Zur Sextner Dolomten-Superkombi zählen der Gigantissimo-Riesentorlauf am Haunold, der Riesentorlauf namens Comelissimo in der Ski Area Val Comelico und der Helmissimo, der längste Riesentorlauf des Pustertales am Helm.

Christian Tschurtschenthaler, Sexten

stol