Donnerstag, 25. Mai 2017

Zwei weitere Festnahmen nach Manchester-Anschlag

Nach dem Anschlag von Manchester mit 22 Todesopfern hat die Polizei zwei weitere Männer festgenommen. Eine Festnahme erfolgte nach Polizeiangaben vom Donnerstag im Vorort Withington, die zweite in Manchester.

Nach dem Selbstmordattentat in Manchester wurden insgesamt 10 Personen festgenommen.
Nach dem Selbstmordattentat in Manchester wurden insgesamt 10 Personen festgenommen. - Foto: © APA/AFP

Eine ebenfalls zuvor festgenommene Frau wurde am frühen Donnerstagmorgen ohne Anklage wieder freigelassen. Damit sind im Zusammenhang mit dem Anschlag nun zehn Menschen festgesetzt, darunter in Libyen ein Bruder des Attentäters und sein Vater.

Die Ermittler machen den 22-jährigen Salman Abedi für den Anschlag auf das Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande am Montag verantwortlich. Sie gehen aber davon aus, dass er Komplizen hatte.

Abedi war bei der Attacke ums Leben gekommen und hatte mit einem selbst gebauten Sprengsatz 22 Menschen in den Tod gerissen, darunter viele Kinder und Jugendliche. Mindestens 59 Menschen wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht, viele davon lebensgefährlich.

Abedi war dem Geheimdienst bekannt

Der festgenommene Bruder Abedis räumte ein, der Attentäter sei Mitglied der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gewesen. Der IS hatte nach dem Anschlag behauptet, der Täter sei ein „Soldat“ gewesen.

Der 22-Jährige war dem britischen Geheimdienst bekannt, wie Innenministerin Rudd sagte. Medienberichten zufolge wurde Abedi 1994 in Manchester geboren und studierte in der nordenglischen Stadt. Seine Familie soll sehr religiös gewesen sein und sich in einer Moschee der Stadt engagiert haben. Einige Familienmitglieder sollen kürzlich nach Libyen zurückgekehrt sein.

Name des Täters gegen Wunsch der Polizei veröffentlicht

Derweil warf die britische Regierung US-Geheimdiensten die unerlaubte Weitergabe von internen Fotos vom Anschlag an eine Zeitung vor. Aus britischen Regierungskreisen verlautete, dass man aufgebracht sei. „Das ist komplett inakzeptabel“, hieß es weiter.

Bereits am Dienstag war der Name des Selbstmordattentäters gegen den Wunsch der Polizei in Manchester US-Medien zugespielt worden. Es wird erwartet, dass Premierministerin Teresa May das Thema an diesem Donnerstag am Rande des NATO-Gipfels in Brüssel mit US-Präsident Donald Trump anschneiden wird.

apa/dpa

stol