Freitag, 02. Februar 2018

Zweifel an Wanzen-Fund im Strache-Büro

Der Fund einer angeblichen „Wanze” im Büro von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) wirft weitere Fragen auf. Nach Einschätzung des früheren Spitzenbeamten im Kanzleramt, Manfred Matzka, könnte es sich dabei nämlich auch um Überbleibsel einer Anlage zur Übertragung von Parlaments-Reden in die Ministerbüros handeln. Der Verfassungsschutz hat die Causa noch nicht abschließend bewertet.

Der Fund einer "Wanze" im Strache-Büro wird derzeit untersucht Foto: APA
Der Fund einer "Wanze" im Strache-Büro wird derzeit untersucht Foto: APA

Die FPÖ hatte am vorigen Donnerstag publik gemacht, dass bereits Anfang Jänner eine angeblich für Überwachungszwecke geeignete Verkabelung im Strache-Büro gefunden wurde. Ob und wenn ja wann die Anlage in Betrieb war, ist unklar. Auch über den Zeitpunkt des Fundes gab es unterschiedliche Angaben.

Der „Kurier” berichtete am Freitag unter Verweis auf mit der Causa befasste Mitarbeiter des Innenministeriums, dass es sich dabei nicht um eine moderne Wanze, sondern um eine „altertümliche, mikrofonartige Vorrichtung” handle. In ersten Medienberichten war auch davon die Rede, dass eine Lautsprecherbox gefunden wurde. Der frühere Kanzleramts-Präsidialchef Matzka verweist diesbezüglich auf die zur Übertragung von Parlamentsreden in den Ministerbüros verlegten Kabel: „Es könnte durchaus sein, dass dieses Kabel einfach mal jemand abgeschnitten und in der Wand gelassen hat”, so Matzka.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat noch keine detaillierten Informationen über die Causa, sagte eine Sprecherin am Freitag zur APA. Anfang der Woche habe es einen kurzen Bericht des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) gegeben. Ein weiterer Bericht mit einer inhaltlichen Bewertung der Causa wird laut Innenministerium derzeit finalisiert und soll dann an die Staatsanwaltschaft übermittelt werden.

apa

stol