Donnerstag, 28. Mai 2015

Zwielichtige Kandidaten überschatten Regionalwahlen

Premier Matteo Renzi gerät kurz vor den Regionalwahlen am Sonntag wegen einer Reihe zwielichtiger Kandidaten unter Druck.

Foto: © LaPresse

Mehrere Bewerber, darunter einige von Renzis Partito Democratico (PD), dürften wegen eines geltenden Anti-Korruptions-Gesetzes nicht antreten, weil sie erstinstanzlich verurteilt worden sind. Das beschloss die parlamentarische Anti-Mafia-Kommission am Donnerstag.

Sie hat die Wahllisten genau unter die Lupe genommen. Die geplante Veröffentlichung einer kompletten Liste der skandalumwitterten Kandidaten wurde auf Freitag verschoben. Fest steht, dass bisher 17 Personen verschiedener Parteien zum Verzicht auf eine Kandidatur gezwungen werden könnten, 13 stammen aus dem süditalienischen Kampanien, vier aus Apulien.

Umstrittenster Mann trägt den Namen „De Luca“

Am umstrittensten ist Renzis Kandidat für die Führung der Region Kampanien, Vincenzo De Luca. Der Ex-Bürgermeister von Salerno wurde wegen Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit dem Bau einer Müllverbrennungsanlage erstinstanzlich zu einem Jahr Haft verurteilt.

Einigen Kandidaten auf den Listen von Bündnispartnern De Lucas werden Verbindungen zur Camorra, der Mafia in Neapel, vorgeworfen.

De Luca geht gegen den seit 2010 amtierenden Präsidenten der Region, Stefano Caldoro, ins Rennen, einen Vertrauensmann von Ex-Premier Silvio Berlusconi.

Renzi weist Kritik zurück

Renzi wies die Kritik zurück, die Wahllisten seiner Partei seien nicht sauber. „In puncto Transparenz akzeptieren wir von niemandem Lehren“, kommentierte der Premier.

apa

stol