Dienstag, 26. Juni 2018

Zwischen Himmel und Hölle: Die Spuren von Heroin

Er hat Heroin gespritzt seit er 14 Jahre alt ist: Der Bozner Giulio Hofer. Seit einem guten Monat lässt der heute 44-Jährige nun die Finger von den Spritzen. Dennoch sieht man ihm die schweren Folgen der Drogen an. Im Beitrag der Sendung „Südtirol Heute“ erzählt er, was er dadurch alles verloren hat.

Giulio Hofers Zuhause ist die Gegend um den Bozner Bahnhof. - Foto: STH
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Giulio Hofers Zuhause ist die Gegend um den Bozner Bahnhof. - Foto: STH

Im Beitrag kommt ein Mann zu Wort, der durch das Rauschgift alles verloren hat – Familie, Freunde, die Gesundheit und ein Zuhause. „In der halben Stunde des Rausches sind deine Probleme weg“, erzählt der Mann von den Drogen, „aber gleich nach dem Rausch begibt man sich wieder auf die Suche nach Geld für neuen Stoff.“ Seine Familie hat sich zurückgezogen: Die Mutter hat ihn aus der Wohnung verbannt, da ihr das Thema Angst bereitete und keine Spritzenm vorfinden wollte. Der Vater sei Giulio Hofer nie ein richtiger Vater gewesen: „Wenn ich ihn auf der Straße sehe, gehen wir manchmal etwas trinken und er steckt mir zum Beispiel 50 Euro zu. Das war's aber auch schon“, erzählt der Bozner. Er selbst lebt auf der Straße - um den Bozner Bahnhof. 

Seit ungefähr einem Monat ist er nun auf Entzug - ein harter und schwerer Weg. Doch wenn er Glück hat, kann er bald in einer geschützten Wohngemeinschaft für Aidskranke in Leifers unterkommen, denn er ist außerdem seit ungefähr 20 Jahren HIV-Positiv. Er hofft, dass er die Möglichkeit erhält, eine solche Wohnung zu beziehen: „Mir geht es nicht gut, ich brauche das“, sagt er und schüttelt müde den Kopf.

stol  

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