Der Mann mag sich zwar in den sogenannten „besten Jahren“ befinden, wie es oft schön heißt, dennoch darf man sich fragen, wie er bloß alles unter einen Hut bekommt. <BR /><BR />Da ist zunächst einmal der Oberhauserhof mit 22 Hektar Grünland und 35 Melkkühen zu bewirtschaften. Außerdem wird Urlaub am Bauernhof angeboten. Das Gehöft befindet sich in Schnauders etwas oberhalb von Feldthurns auf 1065 Metern Meereshöhe, der Ausblick auf die gegenüberliegende Berggruppe der Geisler ist zum Seufzen schön.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088646_image" /></div> <BR /> „Die Arbeit geht hier freilich nie aus, aber meine Frau Anita, unsere 4 Kinder sowie Oma und Opa helfen alle fleißig mit, was mir natürlich eine sehr große Freude ist“, skizziert Gasser seinen Lebensmittelpunkt.<BR /><BR /> Tag für Tag heißt es um 5 Uhr morgens aufstehen und zunächst einmal das Vieh versorgen, vor allem der älteste Sohn (19) ist ihm dabei eine große Hilfe. Gasser ist selbst als Bauernbub aufgewachsen und hat nach dem Besuch der Landwirtschaftsschule recht bald den elterlichen Hof übernommen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088649_image" /></div> <h3> Ein logischer Schritt: Bauernbund-Obmann</h3>Allerdings beschränkten sich seine Interessen nicht bloß auf den eigenen Hof und das Leben im Dorf, er brachte sich schon immer gerne im heimischen Verbands- und Vereinsleben ein. <BR /><BR />Vom Engagement in der Südtiroler Bauernjugend und dem Jungzüchterclub bis hin zum Bezirksbauernrat, vom Landesobmann-Stellvertreter bis zum Gründungsobmann des Beratungsringes Berglandwirtschaft (BRING) waren eine Reihe von Stationen dabei. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088652_image" /></div> <BR />Somit folgte am 10. Februar dieses Jahres ein beinahe logischer Schritt: Mit großer Mehrheit wurde Daniel Gasser zum neuen Obmann des Südtiroler Bauernbundes gewählt. In diesem Amt beerbte er Leo Tiefenthaler, der bis dahin für 15 Jahre Südtirols stärksten Wirtschaftsverband mit mehr als 20.000 Mitgliedern geführt hatte.<BR /><BR /> „Zunächst einmal war ich seitdem viel unterwegs, um mich mit Partnerverbänden, Institutionen und Politikern auszutauschen und die Schwerpunkte abzustimmen“, bringt der 48-Jährige sein bisheriges Tätigkeitsprogramm auf einen Nenner. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088655_image" /></div> <h3> Den bäuerlichen Familien den Rücken stärken</h3>Er empfindet es als großen Mehrwert für das Land, dass die Südtiroler Landwirtschaft so breit und vielfältig aufgestellt ist. Allerdings seien vor allem kleinstrukturierte Betriebe gefährdet, viele Bauern sind auf einen Nebenerwerb angewiesen. <BR /><BR />Und gerade hier greifen die diversen Dienstleistungen und die verbandspolitische Tätigkeit des Bauernbundes: Das Hauptziel bestehe darin, die Existenz der bäuerlichen Familien zu sichern. Grundsätzlich sei derzeit die Stimmung unter den Bauern gut, allerdings machen ihnen immer mehr die vielen Regulierungen und der hohe bürokratische Aufwand zu schaffen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088658_image" /></div> <BR /><BR />Zuversicht vermitteln die jüngsten Entwicklungen beim Reizthema Großraubwild, durch die Senkung des Schutzstatus sollten Entnahmen von Problemwölfen in Aussicht gestellt – ein lang erhofftes Signal für den Fortbestand der Almwirtschaft. <h3> Reisen in Italien: Nur noch Sizilien fehlt</h3>Wenn es sich bei all den Verpflichtungen und Terminen zwischen Hof und Verband zeitlich ausgeht, dann geht der Bauernbund-Obmann auf die Jagd. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67112084_listbox" /><BR /><BR />„Seit 25 Jahren bin ich Jäger in unserem Revier in Feldthurns, für mich sind die Pirschgänge in den Wäldern richtig entspannend und somit ein guter Ausgleich“, sagt Gasser, der einen überaus gelassenen Eindruck vermittelt. Ansonsten bevorzugt er es, die Zeit mit der Familie zu genießen und hin und wieder eine Bergtour zu unternehmen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088661_image" /></div> <BR />„Früher, in meinen Zwanzigern, da war ich mit meinen Kollegen viel in den Bergen unterwegs, damals bin ich sogar mal auf dem Montblanc und dem Ortler gestanden“, blickt er zurück. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088664_image" /></div> <BR />Viel herumgekommen ist er außerdem über den staatlichen Zuchtverband, in allen Teilen Italiens hatte er Erstlingskühe zu bewerten. „Da habe in allen Regionen Italiens viele Leute kennengelernt – nur Sizilien ist noch ein weißer Fleck auf dieser persönlichen Landkarte“, meint der weltgewandte Bauer lachend.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67111691_listbox" />