In Südtirol sollen wie berichtet 10 Gemeinschaftshäuser für die sog. wohnortnahe Versorgung entstehen. Sie werden Sozialdienste und Gesundheitsdienste an einem Ort unterbringen und vor allen Dingen einen ärztlichen Bereitschaftsdienst garantieren. Dazu sollen Basisdiagnostikdienste und verschiedene Fachärzte, aber auch der ein oder andere Hausarzt dort einziehen. <BR /><BR />Geplant sind zudem 3 Gemeinschaftskrankenhäuser und einige wohnortnahe Einsatzzentralen (WONE). Insgesamt kosten die Strukturen für das neue Modell 100 Millionen Euro, wie Landesrat Dr. Hubert Messner auf eine entsprechende Anfrage des Team K-Landtagsabgeordneten Dr. Franz Ploner mitteilt. Die Finanzierung läuft über den staatlichen Wiederaufbaufonds, doch nur zum Teil. Den weitaus größeren Brocken bei der Errichtung der dazu benötigten Infrastrukturen – nicht alle müssen neu gebaut, sondern nur angepasst werden – muss das Land selber stemmen. Von Rom kommen nämlich nur rund 40 Millionen, die fehlenden 60 Millionen zahlt das Land. Der Löwenanteil fließt dabei in die Gemeinschaftshäuser siehe Grafik), insgesamt rund 66 Millionen Euro. 50 Mio. davon zahlt das Land. Die Gemeinschaftskrankenhäuser sind mit 28 Mio. Euro (20 Mio. Euro vom Land) veranschlagt und noch einmal 3 Mio. Euro werden für die WONE gebraucht. <BR /><BR /> Laut Dr. Messner stehen die PNRR-Gelder „zur Finanzierung der Investitionskosten zur Verfügung und wurden im Haushaltsjahr 2022 zweckgebunden. Im heurigen Haushaltsjahr wurde eine 10-prozentige Ergänzung der 2022 vorgenommenen PNRR-Zuweisungen zu Verfügung gestellt“.<BR /><BR />Und wenn die Gebäude stehen? „Die laufenden Betriebs- und Personalkosten gehen zu Lasten des Sanitätsbetriebes“, schreibt der Landesrat. Doch wie teuer das kommen wird, könne man in der nahen Zukunft noch nicht genau beziffern, da dies von verschiedenen variablen Faktoren abhänge. <BR /><BR />Bei Dr. Ploner schrillen die Alarmglocken: „Es fehlt eine langfristige Kostenanalyse dieser Strukturen, da weder Personal- noch Betriebskosten berechnet sind. Es besteht wieder die Gefahr, dass in 'Paläste' investiert wird die dann leer stehen werden bzw. kaum Verwendung finden. Leider wird dann erneut das Geld für das Gesundheitspersonal fehlen.“