Der Jurist und Vater von fünf Kindern setzte sich in der Vorwahl gegen seinen Karneider Konkurrenten Albin Kofler (SVP) durch. Vorwahl kürte Kompatscher bereits zum Sieger Arno Kompatscher zog mit 70 Stimmen in den Rat des Gemeindeverbandes sein, Kofler erhielt 41. Die Bürgermeisterin von Gais, Romana Stifter, hatte ihre Kandidatur im Vorfeld zurückgezogen. Damit war die Wahl Kompatschers zum Gemeindeverbandspräsidenten nur mehr Formsache: Präsident kann nur werden, wer es zuerst in den Vorstand des Verbandes geschafft hat. Die Wahl zum Präsidenten verlief dann ohne Hindernisse. Arno Kompatscher wurde mit 105 Stimmen zum neuen Chef des Gemeindeverbandes gewählt.Sein Herausforderer Albin Kofler nahm die Niederlage sportlich und wünschte Kompatscher viel Glück und Durchhaltevermögen im neuen Amt. „Ich bin überwältigt“ „Ich bin überwältigt. Das Abstimmungsergebnis ist ein großer Vertrauensbeweis. Wir werden uns sofort an die Arbeit machen“, betonte Kompatscher, nachdem Übergangs-Präsident Wilfried Battisti Matscher das Ergebnis bekannt gegeben und die versammelte Bürgermeister-Mannschaft über den Ausgang der Wahl informiert hatte. Nach einem Freudensprung wandte sich der 39-Jährige an seine 115 Kollegen und bedankte sich bei ihnen für das Vertrauen und die 105 Stimmen. „Suche keinen Konflikt, bin aber standhaft“ Auf die Frage, ob er wie sein Vorgänger Arnold Schuler die direkte Konfrontation mit Landeshauptmann Luis Durnwalder suchen werde, zeigte sich Kompatscher vorsichtig. „Ich suche keine Konflikte, mir ist die Zusammenarbeit wichtig. Wir müssen alle an einem gemeinsamen Strang ziehen“, so Kompatscher gegenüber STOL. Allerdings: An Standhaftigkeit fehle es ihm nicht, wichtige Gemeindeanliegen wolle er voran- und durchbringen. „Es gilt - auch beim Land - mit handfesten Argumenten Überzeugungsarbeit zu leisten, wobei Land und Gemeinden eine synergetische Partnerschaft bilden sollen“, betonte Kompatscher. Es mache keinen Sinn mit dem Land in Dauerkonflikt zu stehen bzw. Verhandlungen über Presseaussendungen zu führen, stellte er klar. Genauso wenig sei es zielführend, „wenn die Gemeinden untereinander, beispielsweise bei den Finanzmitteln, einen Krieg der Armen untereinander führen“, mahnte er an. Finanzen, Energie und Institutionelle Reform Die Hemdsärmel besonders nach oben krempeln will Kompatscher in den Bereichen Gemeindefinanzen, Energie und Institutionelle Reform. So will er bei den Gemeindefinanzen die Rückkehr zur fixen Quote erreichen. Für Kompatscher ist ein gleichbleibender prozentueller Anteil am Landeshaushalt wichtig. „Die ehemaligen 13,5 Prozent sind auf alle Fälle nicht ausreichend.“ Der Stabilitätspakt solle weiterhin nach dem Saldoprinzip geregelt werden. Außerdem müsse bei der Zuweisung der Finanzmittel die strikte Trennung zwischen laufenden Zuweisungen und Investitionsmittel abgeschafft werden. „So weit darf es nicht kommen“ Zudem müssten die Themen Energie und Finanzen gleichzeitig verhandelt werden.„Sonst riskieren wir, dass die eine Hand nimmt, was die andere gibt“, stellte er klar. So weit dürfe es nicht kommen. Bei der Stromverteilung sprach sich Kompatscher für die Übernahme durch Gemeinden aus: „Zahlreiche Gemeinden haben in diesem Bereich bereits Know-How, das Land nicht. Da die Stromverteilung aber nur in Ballungsräumen ein Geschäft ist, muss das Netz kostenlos übergehen und ein einmaliges Investitionsprogramm vorfinanziert werden“, regte er an. Ausbauen will Kompatscher auch die Rechtsberatung für die Gemeindeämter und die E-Government-Dienste für die Bürger. „Die Gemeinden sind erwachsen geworden“ Kompatscher selbst sieht sich in seiner neuen Rolle als „Garant für einen fairen Interessensausgleich zwischen den Gemeinden“. Wichtig sei ihm der Zusammenhalt zwischen den Gemeinden. „Die Gemeinden haben in den letzten Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung enorm an Bedeutung dazu gewonnen und seit der Einführung des Rates der Gemeinden auch mehr politisches Gewicht. Man könnte sagen, die Gemeinden haben sich emanzipiert und sind erwachsen geworden“, unterstrich Kompatscher. Deshalb könne man nun – auch dem Land gegenüber – als selbstbewusster, aber verlässlicher Partner auftreten. „Strebe kein weiteres politisches Amt an“ Mit weiteren politischen Ämtern liebäugle er nicht: Auch dies stellte Arno Kompatscher klar. „Ich jedenfalls kann für mich eine Landtagskandidatur 2013 und auch jede andere Bewerbung für ein politisches Amt ausschließen“, betonte er abschließend. Die Mitglieder des neuen Verwaltungsrates Neben ihm sitzen im Rat der Gemeinden bzw. im Verwaltungsrat: Patrik Ausserer (BM in Unsere liebe Frau im Walde), Franz Complojer (BM von Wengen), Bernhard Daum (BM von Deutschnofen), Liliana Di Fede (BM von Leifers), Werner Dissertori (BM von Tramin), Luigi Gallo (Stadtrat von Bozen), Günther Januth (BM von Meran), Klaus Ladinser (Vizebürgermeister von Bozen), Elisabeth Laimer (BM von Dorf Tirol), Fritz Karl Messner (BM von Sterzing), Albert Pürgstaller (BM von Brixen), Joachim Reinalter (BM von Percha), Andreas Schatzer (BM von Vahrn), Luigi Spagnolli (BM von Bozen), Erwin Wegmann (BM von Schluderns) und Zito Benedetto (BM von Branzoll). joi