Donnerstag, 21. Juli 2016

112 wird mit Jänner Realität

Statt vier Notrufnummern soll es in Südtirol zukünftig eine Nummer und eine eigene Notrufzentrale geben. An diesem Plan arbeitet Landesrat Arnold Schuler.

Im Notfall nur noch eine Nummer: 2017 soll der erweiterte Dienst anlaufen.
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Im Notfall nur noch eine Nummer: 2017 soll der erweiterte Dienst anlaufen. - Foto: © shutterstock

"Wenn Südtiroler, aber auch Gäste unseres Landes künftig unter einer einzigen und Europa-weit gleichen Nummer Gesundheits-, Sicherheits- und Zivilschutzbehörden erreichen, so kann man wohl von einem Qualitätssprung sprechen", zeigte sich Landesrat Schuler am Donnerstag überzeugt - mit der Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens durch Innenminister Angelino Alfano und die Landeshauptleute Arno Kompatscher und Ugo Rossi wurden dafür am Donnerstag die rechtliche Grundlage geschaffen.

Südtirol und Trentino können Aufbau des Dienstes selbst regeln

Europa hatte allen Mitgliedsländern vorgegeben, die gemeinsame Notrufnummer 112 einzuführen. Italien hat diesbezüglich verfügt, dass auch einzelne Regionen mit mindestens 3,5 Millionen Einwohnern, einen eigenen Dienst aufbauen müssen. Für Südtirol und das Trentino haben Landesrat Arnold Schuler und sein Trentiner Kollege Tiziano Melarini eine Ausnahmegenehmigung erwirkt.

Diese sieht vor, dass der Dienst auch in einem Einzugsgebiet von einer Million Bewohnern aufgebaut werden kann. Zudem können die beiden Länder, Südtirol und das Trentino, den Aufbau und die Organisation dieses Dienstes selbst regeln.

"Der Aufbau einer eigenen Notrufzentrale mit einer einheitlichen Notrufnummer ist zweifelsohne ein politischer Erfolg durch den unsere autonomen Zuständigkeiten ausgebaut werden", betonte Landesrat Schuler.

2017 soll der erweiterte Dienst starten

Bei der Neuausrichtung der Notrufzentrale als einheitlicher Dienst könne das Land künftig auf die Daten der gesamtstaatlichen Datenbank in Rom zurückgreifen, mit deren Hilfe das Lokalisieren eines Notrufs möglich ist. Eine Herausforderung werde sicher die Tatsache darstellen, gab Landesrat Schuler zu bedenken, dass künftig die Anzahl der Anrufe von bisher 150.000 im Jahr sich auf etwa 300.000 verdoppeln werde.

Der erweiterte Dienst wird in Südtirol mit Jänner 2017 anlaufen. In der Anfangs- beziehungsweise Umstellungsphase sollen alle vier Nummern aktiv blieben. Für die Landesnotrufzentrale ist in diesem Zusammenhang eine personelle Verstärkung vorgesehen.

stol

stol