Montag, 19. Juli 2021

12 Polizisten bei Anti-Corona-Demo in Zypern verletzt

Eine Demonstration gegen Corona-Maßnahmen und -Impfungen ist am gestrigen Sonntagabend auf Zypern eskaliert.

Demonstranten demolierten das Büro des Fensehsenders Sigma TV.
Demonstranten demolierten das Büro des Fensehsenders Sigma TV. - Foto: © APA/AFP / ETIENNE TORBEY
Ein wütender Mob drang in die Räume des zyprischen Fernsehsenders Sigma ein und zerstörte das Mobiliar. Vor dem Medienhaus wurden Autos der Mitarbeiter des Senders angezündet, es flogen Steine und Brandsätze, mindestens 12 Polizisten wurden verletzt, 2 von ihnen schwer, wie zyprische Medien berichteten. Bis am heutigen Montag gab es 5 Festnahmen.

Präsident Nicos Anastasiades kritisierte die Gewalt als „Schlag gegen die Demokratie“. Die Regierung werde „Drohungen und Erpressungen nicht nachgeben“, erklärte er. Die Behörden würden zudem gegen alle Gesetzesverstöße „hart vorgehen“.

Die Attacke auf den Sender fand am Abend während der Live-Übertragung der Nachrichtensendung statt. „Draußen brennt es und es sind Menschen ins Gebäude eingedrungen. Wenn die Polizei uns hört, bitte tun Sie etwas!“, sagte der sichtlich schockierte und verängstigte Moderator.

Rund 2000 Demonstranten waren am Nachmittag zunächst vor den Präsidialpalast in Nikosia gezogen und hatten den Rücktritt des Präsidenten gefordert. Am späten Abend gelangten sie dann vor das Medienhaus. Bei den Demonstranten handelt es sich Medienberichten zufolge um eine Mischung aus religiösen Eiferern und Impfgegnern, aber auch Randalierern aus der links- und rechtsextremen Szene.

Sie kritisieren die Corona-Maßnahmen und die teilweise Impfpflicht, die mittlerweile auf Zypern gilt. So müssen beispielsweise Mitarbeiter im Pflege- und Gesundheitssektor geimpft sein, andernfalls werden sie ohne Gehalt von ihrer Arbeit freigestellt. Für Besuche in der Gastronomie, aber auch für Behördengänge muss ein Impfnachweis oder ein Schnelltest vorgelegt werden. Den Test müssen die Bürger selbst zahlen.

apa