Freitag, 25. Juni 2021

15 Verletzte bei Anschlag auf deutsche Bundeswehr-Patrouille in Mali

Bei einem Bombenanschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille im westafrikanischen Mali sind am Freitag nach ersten Informationen 15 UN-Blauhelme verletzt worden, drei von ihnen schwer. Ob es sich bei allen Verletzen um deutsche Soldaten handelt, wurde vom Militär noch untersucht. Der Angriff mit einer Autobombe erfolgte 140 Kilometer nördlich von Gao, wie die UN-Truppe mitteilte. Auch Österreicher sind an der Mission beteiligt, sie sind aber in der Hauptstadt Bamako stationiert.

Anti-Terror-Operation in Nordmali.
Anti-Terror-Operation in Nordmali. - Foto: © APA/AFP / PHILIPPE DESMAZES
Ein Feldlager in Gao ist Basis der deutschen UN-Soldaten in dem Land. Von dort aus werden Patrouillen zur Aufklärung ins Land geschickt, teils auch in Begleitung malischer Kräfte. Die Verletzten sollten mit einem Medevac-Flugzeug der Bundeswehr aus Afrika evakuiert werden. Es handle sich um einen Selbstmordanschlag.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur erfolgte der Angriff am Morgen gegen 06.30 Uhr (Ortszeit) und richtete sich gegen die stehenden Fahrzeuge. Ein Sprecher des Einsatzführungskommando in Potsdam bestätigte zunächst nur, dass „deutsche Kräfte“ betroffen seien. Wegen der großen Zahl der Verletzten waren mehrere Hubschrauber im Rettungseinsatz.

Die UN-Mission MINUSMA in Mali hat einen Auftrag zur Stabilisierung des Landes, in dem islamistische Terrorgruppen aktiv sind. Derzeit sind rund deutsche 900 Soldaten an dem UN-Einsatz beteiligt. Der Großteil von ihnen ist im Camp Castor stationiert.

Österreichische Soldaten sind nach Informationen des Bundesheers nicht betroffen, wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Michael Bauer, auf APA-Anfrage mitteilte. Derzeit sind zwei Bundesheer-Soldaten an MINUSMA beteiligt, an einer EU-Trainingsmission (EUTM) im Land nehmen zehn Österreicher teil.

apa