Dienstag, 18. Februar 2020

18 Frauen stellen sich der Bürgermeister-Wahl

In 13 Südtiroler Ratsstuben regiert eine Frau. 9 amtierende und 9 neue Anwärterinnen wollen diesen Anteil am 3. Mai steigern. Der Westen und das Unterland sind dabei eindeutig der bessere Boden für Bürgermeisterinnen als die großen SVP-Bezirke Bozen und Pustertal.

Insgesamt 18 Frauen wollen bei  den diesjährigen Gemeinderatswahlen ins Rathaus einziehen.
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Insgesamt 18 Frauen wollen bei den diesjährigen Gemeinderatswahlen ins Rathaus einziehen. - Foto: © A. Delvai
„Das Leben ist Veränderung, und Veränderung ist gut“, sagt Carmen Plaseller. Vor einem Jahr nahm sie als Ressortchefin von Landesrätin Waltraud Deeg den Hut, jetzt schickt sie sich an, Bürgermeisterin von Lüsen zu werden: Am Sonntag hatten die Lüsner ihren Namen bei einer offenen Basiswahl mit Abstand am öftesten geschrieben. „Da kann man fast nicht Nein sagen“, so Plaseller.

In 13 der 116 Südtiroler Gemeinden sitzt eine Frau am Chefsessel. 10 gehören der SVP und 3 einer Bürgerliste an. 3 Bürgermeisterinnen stellen sich nicht mehr der Wahl – doch für Nachwuchs ist gesorgt, wenn auch nicht in enormem Maße.

Geografisch betrachtet, hat der Westen in Sachen Frau eindeutig die Nase vorn. Im Vinschgau will Roselinde Gunsch Koch Bürgermeisterin von Taufers im Münstertal bleiben. In Laas setzte sich bei der Vorwahl am Sonntag Verena Tröger durch, in Graun bewirbt sich Vizebürgermeisterin Andrea Frank.

Im Burggrafenamt gehen die Bürgermeisterinnen Rosmarie Pamer (St. Martin), Beatrix Mairhofer (Ulten) und Gabriela Kofler (Unsere L. Frau/St. Felix) erneut ins Rennen. Als neue Anwärterinnen zeichnen sich Annelies Pichler in Schenna, Sonja Plank in Hafling und Astrid Kuprian in Tscherms ab. Kuprian war bei der Basiswahl am Sonntag die Meistgenannte.

Stark unterwegs ist das kleine Unterland . Mit Theresia Degasperi Gozzi (Margreid) verliert es zwar eine seiner 3 Bürgermeisterinnen, will aber am 3. Mai auf 4 aufstocken. In Montan und Branzoll stellen sich mit Monika Hilber Dalvai und Giorgia Mongillo 2 Amtierende der Wahl. Neu hinzu kommen in Auer Stefanie Unterweger und in Neumarkt Karin Jost, die am Sonntag bei der Basiswahl mit 73 Prozent ihren Mitbewerber vom Platz fegte.

Im Eisacktal will die Klausner Bürgermeisterin Maria Gasser Fink ihr Amt verteidigen. Neu hinzu kommen Carmen Plaseller in Lüsen und Gisella Mair in Mühlbach. Mair war bei der Vorwahl die mit Abstand Meistgenannte. „Es dürfte in Richtung Kandidatur gehen“, sagt sie. Im Wipptal hat die SVP keine Bürgermeisteranwärterin. In Freienfeld wird nicht gewählt.

Düster schaut es im Pustertal aus. Rosmarie Burgmann (Bürgerliste) tritt in Innichen erneut an. Die große SVP stellt aber keine Bürgermeisterkandidatin.

Kein Ruhmesblatt in Sachen Frau gibt es auch für den SVP-Bezirk Bozen. Mit Angelika Wiedmer (Mölten) und Martina Lantschner (Karneid) verliert er 2 seiner 3 Bürgermeisterinnen. Nun hält Gertrud Benin (Kaltern) allein die Stellung, denn neue Damen sind nicht in Sicht. „Ich habe versucht, Wiedmer zu halten, um die es mir leid tut“, sagt Bezirksobmann Christoph Perathoner. Das Comeback von Albin Kofler in Karneid habe sich seit 5 Jahren abgezeichnet. Gemeinsam haben alle Neuen, dass sie auf teils lange Erfahrung als Gemeindereferentinnen und Vizebürgermeisterinnen zurückblicken können. „Beweis dafür, dass sich der Zuspruch einstellt, wenn Frauen die Möglichkeit haben, zu zeigen, was sie können“, sagt SVP-Frauenchefin Renate Gebhard.

Noch ist das Rennen aber nicht gelaufen – oder zumindest nicht für alle. In Graun gibt es männliche SVP-Konkurrenz, in Laas vielleicht. In Klausen soll Bürgermeisterin Gasser einen jungen SVP-Mitbewerber erhalten. Angekündigt ist dies seitens der Wirtschaft auch für Benin in Kaltern.

stol