Eine Koalition mit Lega und Fratelli gilt am wahrscheinlichsten. Allerdings nur, wenn das Tauziehen um den zweiten italienischen Landesrat beigelegt wird, den beide Parteien fordern. Dazu gab der Landeshauptmann ein Gutachten bei der Rechtsabteilung des Landtags in Auftrag. <BR /><BR />„Man kann auch den Papst fragen, aber spätestens wird klar sein, dass sich kein zweiter Italiener ausgeht“, sagt Arno Kompatscher.<BR /><BR />Laut Gutachten, das von Generalsekretär Florian Zelger erstellt und gestern an Präsident Josef Noggler bzw. Kompatscher erging, stimmt das. Allerdings hängt die Antworto, wie so oft, von der Frage ab. Kompatscher hat ein Gutachten für eine Regierung von 11 Mitgliedern „unter Berücksichtigung der ladinischen Präsenz“ – also mit Ladiner in der Regierung – beantragt.<BR /><BR />In diesem Fall ist es klar: Mit einem Abgeordneten macht der Anteil der Ladiner im Landtag 2,9 Prozent . In einer Landesregierung von 11 sind es 0,31 Prozent. Weil man Menschen aber nicht zerschneiden kann, sind diese 0,31 Prozent auf 1 aufzurunden. Die restlichen 0,69 Prozent müssen auf die anderen Sprachgruppen verteilt und abgezogen werden: Das sind 0,69 Prozent für die deutsche und 0,1 Prozent für die italienische Sprachgruppe. <h3> Kein Ladiner in der Regierung?</h3>Für die deutsche Präsenz ist der Abzug irrelevant: Sie kommt auf 9 Landesräte. Für die Italiener ist er aber fatal: Wegen 0,1 Prozent erreichen sie nur mehr einen Anteil von 1,47 Prozent an den Regierungsposten. Damit wird abgerundet und es schaut nur mehr ein Landesrat heraus.<BR /><BR />„Dolomiten“-Informationen zufolge stellt das Gutachten aber auch klar, dass den Italienern ohne Ladiner in der Regierung sehr wohl 2 Landesräte zustünden. Sie kämen sie auf 1,57 Prozent, die auf 2 aufzurunden sind.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="965026_image" /></div> <BR /><BR />Nun gibt es viele gute Gründe, Alfreider in die Regierung zu holen: Einziger Ladiner, die SVP als Partei der Deutschen und Ladiner, fast 11.000 Stimmen. Rein rechtlich käme Alfreider aber aufgrund einer Kann-Bestimmung im Wahlgesetz zum Zug. Ein Sitz in der Regierung steht den Ladinern erst rechtlich zu, wenn 2 im Landtag sitzen. Ist es nur einer, wie derzeit, so „kann“ ihnen Vertretung in der Regierung „auch abweichend von ihrer Stärke zuerkannt“ werden.<BR /><BR />Und genau das stellen Lega und Fratelli in Frage: „Die Italiener stellen 26 Prozent, die Ladiner 4 Prozent der Südtiroler. Gegebenenfalls soll deshalb der Ladiner auf seine Präsenz in der Landesregierung verzichten, um Landtagsvizepräsident oder Regionalassessor zu werden“, sagte Christian Bianchi (Lega) gestern der ANSA. Einlenken klingt anders. Schwer denkbar, dass die SVP auf Alfreider verzichtet<BR />