Dienstag, 15. September 2020

2 Tage Wartezeit an britischer Grenze befürchtet

Nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase zum Jahreswechsel erwarten die britischen Behörden einem internen Papier zufolge erhebliches Chaos an den Grenzen. Man rechnet bereits im Jänner mit Schlangen von bis zu 6500 Lastwagen in der Grenzregion Kent, wie aus dem vertraulichen Regierungsdokument hervorgeht, über das die britische Zeitung „The Guardian“ am Dienstag berichtete.

Die Brexit-Verhandlungen zum Handelsabkommen sind immer noch nicht abgeschlossen.
Die Brexit-Verhandlungen zum Handelsabkommen sind immer noch nicht abgeschlossen. - Foto: © APA/afp / -
Im Februar könnte es den Berechnungen der Experten zufolge sogar bis zu 2 Tage dauern, bis Lastwagen im Stau bis an die Grenze vordringen. Das Papier skizziert ein „Worst-Case-Szenario“. Die Autoren betonen auch, dass die Staus und Verzögerungen selbst dann entstehen könnten, wenn Großbritannien es noch schafft, einen Handelspakt mit der EU auszuhandeln.

Derzeit stocken die Verhandlungen. Gibt es keine Einigung, droht zum Jahreswechsel ein harter Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen. Doch selbst wenn noch ein Vertrag zustande käme, wäre Großbritannien ab 2021 nicht mehr Teil des europäischen Binnenmarktes, so dass einige Kontrollen in jedem Fall notwendig würden.

Flüssiger Warenverkehr soll gewährleistet werden

Um das befürchtete Chaos zu minimieren, schlagen die Experten dem Papier zufolge vor, Service-Stationen an Autobahnen innerhalb des Landes zu errichten. Dort soll Lkw-Fahrern dabei geholfen werden, rechtzeitig vor der Grenze die notwendigen Dokumente vorzubereiten.

Ziel soll es darüber hinaus sein, ein Software-basiertes System aufzubauen, mit dem ein flüssiger Warenverkehr gewährleistet werden soll. Allerdings steht dafür noch viel Arbeit bevor, wie aus dem Papier hervorgeht: 26 Regierungsbehörden mit 100 IT-Systemen sollen beteiligt sein. Ein wichtiges Online-Ampelsystem soll zudem erst ab Ende November getestet werden.

apa/dpa