Freitag, 18. Januar 2019

21 Tote bei Bombenanschlag auf Polizeiakademie in Kolumbien

Nach dem Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá ist die Anzahl der Todesopfer auf insgesamt 21 gestiegen. Das teilte die Polizei in der Nacht auf Freitag mit.

Auf dem Gelände einer Polizeischule in Kolumbien detonierte eine Autobombe. - Foto: APA (AFP)
Auf dem Gelände einer Polizeischule in Kolumbien detonierte eine Autobombe. - Foto: APA (AFP)

68 weitere Menschen seien verletzt worden. Ein Mann hatte am Donnerstag auf dem Gelände der General-Santander-Polizeioffiziersschule in Bogotá eine Autobombe detonieren lassen.

Staatschef Iván Duque verurteilte die Tat als „elenden Terrorakt”. Die genauen Hintergründe des Autobombenanschlags waren zunächst unklar. Der Anschlag war während einer Beförderungsfeier in der Polizeiakademie verübt worden.

Auf Fernsehbildern von der Polizeischule waren das ausgebrannte Wrack eines Fahrzeugs und mehrere Krankenwagen zu sehen. Die Polizei riegelte den Anschlagsort ab, im gesamten Süden der kolumbianischen Hauptstadt war ein Großaufgebot von Sicherheitskräften im Einsatz.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft steuerte der Täter sein Auto durch den Haupteingang der Akademie. Als ein Spürhund bei der Kontrolle anschlug, gab der Fahrer Gas und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände. Dort explodierte das Auto. Mehrere Gebäude wurden beschädigt, das Fahrzeug brannte aus.

Die Ermittler identifizierten den Täter, der bei dem Anschlag ums Leben kam, als Mitglied der linken Guerillaorganisation ELN. Der Mann habe unter dem Kampfnamen „Mocho Kico” 17 Jahre lang als Sprengstoffexperte in den Reihen der Rebellen im Osten des Landes gedient, berichtete der Fernsehsender Caracol unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft. Ob der Angriff allerdings von der ELN angeordnet wurde, war unklar. Die Führung der Rebellen äußerte sich zunächst nicht.

Ersten Ermittlungen zufolge war der Geländewagen mit 80 Kilogramm des potenten Sprengstoffs Pentolite beladen, wie Generalstaatsanwalt Néstor Humberto Martínez sagte. Dieser Sprengstoff wird sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke benutzt.

apa/dpa

stol