Zwischen Termin und Absage müssen dann nur mehr 2 Kalendertage liegen; bisher sind es 2 Werktage. Eine Visite am Montag kann somit am Freitag abgesagt werden, statt am Mittwoch der Vorwoche. Aufrecht bleibt die Bitte, sich frühestmöglich zu melden, wenn man verhindert ist, damit der Termin neu an andere vergeben werden kann.<BR /><BR />Jeden Tag werden in Südtirol 740 vorgemerkte Facharztvisiten abgesagt; im Monat sind es 22.500 und im Jahr 270.000. In vielen Fällen handelt es sich nicht um komplette Absagen, sondern um Verschiebungen mit neuem Termin. Das ist eine Herausforderung für den Südtiroler Sanitätsbetrieb (Sabes). Problematisch wird es, wenn Termine zu spät abgesagt werden.<BR /><BR />Seit 2019 wird eine Verwaltungsstrafe von 35 Euro plus 15 Euro Zustellkosten fällig, wenn vorgemerkte fachärztliche Visiten nicht mindestens 2 Werktage vor dem Termin abgesagt wurden. In der Pandemie wurde die Maßnahme zeitweilig ausgesetzt, im April 2022 wieder aufgenommen. Im Vorjahr wurden 22.142 Bußgeldbescheide verhängt, das sind 1845 pro Monat. Zu spät abgesagte Visiten verursachen Leerlauf im Betrieb – und damit längere Wartezeiten für alle anderen Bürger, die auf eine Untersuchung warten.<h3> Kalender- statt Werktage</h3>Auf Vorschlag von Gesundheitslandesrat Hubert Messner beschließt die Landesregierung heute allerdings eine Vereinfachung. Zwischen Termin und Absage müssen künftig nicht mehr 2 Werktage, sondern 2 Kalendertage liegen. Im Klartext bedeutet dies, dass zum Beispiel eine vorgemerkte Visite für Montag noch am Freitag abgesagt werden kann. Bisher musste die Abmeldung spätestens bis Mittwoch der Vorwoche erfolgen. Auf den Termin vom Dienstag kann künftig bis Samstag verzichtet werden; bisher war es Donnerstag der Vorwoche. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67443784_quote" /><BR /><BR />„Bei Einführung der Verwaltungsstrafe 2019 war ein Anruf bei der Vormerkstelle die nahezu einzige Möglichkeit, einen Termin abzusagen und die ist von Montag bis Freitag geöffnet“, erklärt der Verwaltungsdirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Luca Armanaschi. Inzwischen jedoch, betont auch das Gesundheitsassessorat von Landesrat Messner, wurden viele zusätzliche digitale Möglichkeiten für eine Absage geschaffen. „Das ermöglicht uns jetzt die Vereinfachung“, meint Armanaschi.<h3> Absagedienst rund um die Uhr verfügbar</h3>Eine Absage kann über den automatischen Absagedienst telefonisch rund um die Uhr über die Nummern der landesweiten Vormerkstelle erfolgen. Absagen sind online durch die Eingabe der Terminnummer möglich, die auf dem Merkzettel oder im SMS zur Bestätigung der Vormerkung steht. Außerdem kann die Absage per E-Mail oder persönlich bei den Vormerkschaltern erfolgen. „Nicht zuletzt kann ein Termin bereits beim Erinnerungs-Anruf, den jeder 7 Tage vorab erhält, abgesagt werden. „Beim automatisierten Anruf kann eine Nummer ausgewählt werden, über welche man die Abmeldung vornehmen kann“, so Armanaschi. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67443871_quote" /><BR /><BR />Aufrecht bleibt der Aufruf von Sanitätsbetrieb und Assessorat, Absagen so früh wie möglich zu tätigen, damit der Termin an andere vergeben werden kann. Selbst kurzfristig frei werdende Visiten können noch zu 50 Prozent weitervermittelt werden. „Aber es gilt: Je früher, desto besser“, sagt Armanaschi.