Samstag, 25. April 2020

25. April ist Tag der Befreiung – Freiheit als enormen Wert schätzen

Am diesjährigen 25. April jährt sich zum 75. Mal der Tag der Befreiung vom italienischen Faschismus und Nationalsozialismus. Landeshauptmann Arno Kompatscher rief dazu auf, die Werte der Freiheit, Demokratie und Solidarität in einem gemeinsamen Europa aktiv zu leben.

Gedenken an Befreiung von Faschismus und Nationalsozialismus und an die Opfer des Zweiten Weltkriegs: (v.l.) Caramaschi, Kompatscher, Cusumano und Margheri.
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Gedenken an Befreiung von Faschismus und Nationalsozialismus und an die Opfer des Zweiten Weltkriegs: (v.l.) Caramaschi, Kompatscher, Cusumano und Margheri. - Foto: © lpa
Landeshauptmann Arno Kompatscher nahm gemeinsam mit dem Regierungskommissär Vito Cusumano, dem Bürgermeister von Bozen Renzo Caramaschi und dem Südtiroler Präsidenten der Italienischen Vereinigung der Partisanen ANPI Guido Margheri an einer Gedenkfeier mit Kranzniederlegung an der Mauer des ehemaligen Lagers in der Reschenstraße in Bozen teil.

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Der Staatsfeiertag am 25. April erinnert an die Befreiung von Faschismus und Nationalsozialismus sowie an die Opfer des Zweiten Weltkriegs, steht heuer aber in einem ganz besonderen Kontext, wie Landeshauptmann Kompatscher betont: „Viele Jahrzehnte galt Freiheit als eine Selbstverständlichkeit. In diesen Wochen allerdings schränken die Covid-19-bestimmten Maßnahmen unsere Freiheiten ein – und sie machen uns bewusst, welch enormen Wert die Freiheit hat.“

Europa ist das größte Freiheits- und Friedensprojekt unserer Geschichte

Der Landeshauptmann blickte aber auch zurück: „Das aus der Asche des Zweiten Weltkriegs entstandene Europa ist das größte Freiheits- und Friedensprojekt in unserer Geschichte. Obwohl – oder gerade weil die europäische Gemeinschaft durch die vom neuartigen Coronavirus verschärfte Tendenz zum nationalstaatlichen Denken derzeit auf eine harte Probe gestellt wird, müssen und wollen wir uns unserer gemeinsamen Ziele und Werte bewusst sein.“ Kompatschers Aufruf ist klar: „Geben wir gerade in schwierigen Zeiten dem Nationalismus, der Kleinstaaterei und dem Populismus keine Chance: Einzig ein gemeinsames Europa, das auf den Werten der Freiheit, Demokratie und Solidarität aufbaut, garantiert uns dauerhaft Frieden, Sicherheit und Wohlfahrt.“


Historischer Hintergrund

Allgemein wird der 25. April als Tag des erfolgreichen Widerstands gegen den Faschismus und die deutsche Besatzung Norditaliens gefeiert.

Der 25. April 1945 markiert den Tag der Flucht Benito Mussolinis und einer kleinen Gefolgschaft aus Mailand, Richtung Schweizer Grenze.

Drei Tage später wurde der ehemalige italienische Diktator von italienischen Partisanen gestoppt und zusammen mit seiner Geliebten, Clara Petacci, erschossen. Die Leichen der Beiden wurden zusammen mit einigen anderen Faschisten anschließend nach Mailand gebracht, wo sie auf der Piazzale Loreto kopfüber aufgehängt wurden.

Wegen der Coronakrise fielen die Feierlichkeiten in ganz Italien dezenter aus als üblich. Staatspräsident Sergio Mattarella etwa schritt alleine zur Kranzniederlegung vor den „Altare della Patria“ in Rom.

lpa/stol