Donnerstag, 25. November 2021

NEIN zu Gewalt an Frauen!

Heute ist Internationaler Aktionstag gegen Gewalt an Frauen. Mit einem gemeinsamen, sichtbaren und vielfältig umgesetzten „Nein“ zu Gewalt an Frauen, beteiligt sich Südtirol heute und in den nächsten Tagen daran.

Jeden dritten Tag wird eine Frau Opfer von Gewalt, allein heuer wurden in Italien bereits 103 Frauen von ihrem aktuellen oder einem ehemaligen Partner ermordet.
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Jeden dritten Tag wird eine Frau Opfer von Gewalt, allein heuer wurden in Italien bereits 103 Frauen von ihrem aktuellen oder einem ehemaligen Partner ermordet. - Foto: © shutterstock
Am Mittwoch wurden in Bozen die unterschiedlichen Aktionen des Landesbeirates für Chancengleichheit vorgestellt, mit denen auf das Thema hingewiesen und dafür sensibilisiert werden soll. „Der 25. November soll an das Thema erinnern, aber eigentlich muss jeder Tag im Jahr ein Tag gegen Gewalt an Frauen sein“, hob Landeshauptmann Arno Kompatscher hervor und unterstrich damit seine Überzeugung, dass es weiter gelte, für das Thema zu sensibilisieren.

Beiratspräsidentin Ulrike Oberhammer nannte erschreckende Zahlen: „Jeden dritten Tag wird eine Frau Opfer von Gewalt, allein heuer wurden in Italien bereits 103 Frauen von ihrem aktuellen oder einem ehemaligen Partner ermordet. Das sind erschütternde Zahlen für Italien, aber auch für Südtirol.“ Auch Soziallandesrätin Waltraud Deeg fordere dazu: „Es gilt, das Thema gemeinsam anzugehen und präventiv tätig zu werden!“



Landesrätin Deeg, die gemeinsam mit dem Landeshauptmann und Landesrat Massimo Bessone an der Vorstellung teilgenommen hat, erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass in der nächsten Woche im Südtiroler Landtag das Gesetz zur Gewaltprävention behandelt und „verabschiedet“ werde.


5 Aktionen vom 25. November bis 10. Dezember

Unter dem Leitspruch „Gewalt ist keine Privatsache“ werden im Zeitraum vom 25. November bis zum Tag der Menschenrechte, am 10. Dezember, in Südtirol mehrere Aktionen durchgeführt.

Gewalt ist keine Privatsache

So wird dieser Leitspruch am Donnerstagabend von 17 bis 22 Uhr auf das Landhaus 1, den Sitz der Landesregierung, projiziert.

„Das Land ist damit ein wichtiger Botschafter und Träger dieser Überzeugung“, unterstrich die Vizepräsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit, Donatella Califano. Vermögenslandesrat Bessone hat die Aktion unterstützt, denn, wie der Landesrat bei der Vorstellung betonte: „Es ist richtig und wichtig zu sensibilisieren, wenngleich dies nicht ausreicht und es harte Strafen für die Täter und klare gesetzliche Richtlinien zum Schutz der Opfer braucht.“


Rote Kerze im Fenster


Mit einer (roten) entzündeten Kerze im Fenster oder am Balkon können sich alle Bürgerinnen und Bürger daran beteiligen, um ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen aus dem privaten Raum heraus zu setzen. Alle können bei der Aktion „Rote Kerze gegen Gewalt an Frauen“ vom Donnerstag, 25. November, bis 10. Dezember täglich ab 19 Uhr mitmachen. „Erleuchten wir gemeinsam Südtirol und setzen damit ein eindeutiges Zeichen“, rief Beiratspräsidentin Oberhammer auf.





„Weiße Schleife“


Ebenfalls bereits seit mehreren Jahren beteiligen sich auch in Südtirol zahlreiche Männer an der Aktion „Weiße Schleife“. Männer, vor allem jene die in der Öffentlichkeit stehen, sind dazu aufgerufen, bis zum 10. Dezember gut sichtbar eine weiße Schleife zu tragen.

Landeshauptmann Kompatscher und Landesrat Bessone beteiligen sich wiederum an dieser Aktion, aufgerufen dazu hat der Landesbeirat auch alle Bürgermeister der Südtiroler Gemeinden, alle Regierungsmitglieder, Landtagsabgeordneten sowie die Vorsitzenden der großen Organisationen in Südtirol.

Roter Stuhl


Bis zum 10. Dezember wird zudem ein leerer, roter Stuhl im Eingangsbereich des Landhauses 1 in Bozen vorzufinden sein. Die Aktion „Besetzter Platz“ wurde 2013 ins Leben gerufen, um damit an Gewaltopfer und den leeren Stuhl, den sie hinterlassen, zu erinnern.



Auch die Junge Generation sagt NEIN zu Gewalt an Frauen,


Es gibt Hilfe

„Wehrt euch, es gibt Hilfe!“ ist auf Stickern und Plakaten zu lesen, die nun wieder vor Ort in allen Südtiroler Gemeinden verteilt werden. Rund 9000 Stück davon sind in den nächsten Tagen in ganz Südtirol zu finden, führte die Leiterin der Arbeitsgruppe „Gewalt gegen Frauen“ des Landesbeirates, Anna Wieser, aus.




Die Kontaktdaten der 5 Südtiroler Frauenhausdienste und der Kontaktstellen gegen Gewalt sollen Gewaltopfern eine konkrete Hilfe anbieten und sie darüber informieren, dass es Begleitung und Unterstützung in dieser schwierigen Lebenssituation gibt.

Folgende Grüne Nummern sind rund um die Uhr erreichbar:

Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen und Frauenhaus in Bozen: 800 276 433

Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen und Frauenhaus in Meran: 800 014 008

Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen und Frauenhaus in Brixen: 800 601 330

Telefonische Erreichbarkeit zu festen Zeiten:

Geschützte Wohnungen in Bozen: 800 892 828 (von Mo bis Fr von 8.00 bis 12.30 Uhr und von Mo bis Do von 13.30 bis 17.00 Uhr)

Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen und Geschützte Wohnungen in Bruneck: 800 310 303 (Mo bis Fr von 8.30 bis 12.00 Uhr)

Weitere Aktionen und Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Kampagne #16days

Die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ wurde 1991 vom Women’s Global Leadership Institute ins Leben gerufen und findet weltweit großen Anklang, zahlreiche Frauen- und Menschrechtsorganisationen beteiligen sich daran. Die 16 Tage beginnen am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen, Abschluss ist der 10. Dezember, der internationale Tag der Menschenrechte. Die Gleichstellungsrätin Michela Morandini beteiligt sich ebenfalls an der internationalen Kampagne und will in diesem Jahr ganz besonders auf die Ausprägungen von Gewalt an Frauen am Arbeitsplatz aufmerksam machen: Denn Gewalt an Frauen hat viele Gesichter.

Projekt Erika: Gewaltopfer schnellstmöglich begleiten

Ein gemeinsames Projekt des Landes, des Sanitätsbetriebes und weiterer Partner stärkt das Unterstützungsnetzwerk für Opfer von häuslicher Gewalt.

4. rote Bank in Bozen

Am Mittwochvormittag stellten die Mitglieder der städtischen Kommission für Chancengleichheit und des Stadtviertelrats Don Bosco auf dem Montessoriplatz in Firmian außerdem die vierte „rote Sitzbank“ der Stadt Bozen vor.

Frauen im KVW mit eindringlichem Appell

Die Frauen im KVW lenken das öffentliche Interesse ebenfalls auf die Gewalt gegen Frauen und appellieren daran, dass es gesellschaftliche Lösungen braucht, die bei den Männern ansetzen.

8 Frauen - 8 Geschichten - 8 Realitäten

In einem eindrucksvollen Video der Gruppe „Es geat di a un“ schildern 8 Frauen, die Gewalt entkommen sind, ihre persönliche Geschichte.





lpa