Freitag, 22. November 2019

25. November: #wirsehenschwarz

Die Daten zeigen klar auf: Gewalt an Frauen tritt in allen Lebensbereichen und Gesellschaftsschichten auf. So gab es z. B. in den Jahren zwischen 2000 und 2018 in Italien laut Eures 3.100 Feminizide, das sind durchschnittlich 3 in der Woche.

Gleichstellungsrätin Michela Morandini.
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Gleichstellungsrätin Michela Morandini.
Dabei wurden 72 Prozent durch den Partner, den Ex-Partner oder einen Angehörigen getötet. Diese Ereignisse sind oftmals das tragische Ende jahrelanger gewaltsamer, ungelöster Auseinandersetzungen und nur die Spitze eines Eisbergs.

Gewalt gegenüber Frauen äußert sich psychisch und physisch. Psychische Gewalt wird oftmals verkannt oder nicht ernst genommen. Mit fatalen Folgen für die Gesellschaft und den direkten und indirekten Opfern, wie z. B. den Kindern. „Die steigende Anzahl von Gewaltsituationen gegenüber Frauen sind ein klarer Ausdruck für die Unfähigkeit, sich auf individueller und kollektiver Basis dem Thema Gewalt an Frauen zu stellen“, erklärt Gleichstellungsrätin Michela Morandini, „es braucht eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema, präventive Maßnahmen und konkrete Aktionen bei Auftreten von Gewalt.“

„Gewalt hat viele Gesichter“, erklärt die Gleichstellungsrätin. „Das geht von ökonomischer, sexueller, psychischer, physischer bis hin zu multiplen Formen von Gewalt am Arbeitsplatz gegenüber Frauen“, so Morandini. Diese Gewalt hat einen hohen Preis für die Opfer und das Unternehmen“.

„Ein 1. Schritt zur Bekämpfung der Gewalt ist, auf die vielfältigen Formen von Gewalt und die bestehenden Hilfsangebote aufmerksam zu machen“, erklärt Morandini schließlich. „Aus diesem Grund und zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2019 veröffentlicht die Gleichstellungsrätin in der Woche vom 25. – 29. November in den sozialen Medien unter dem Hashtag #wirsehenschwarz #gegengewaltanfrauen aktuelle Daten und vor allem Adressen, wo Frauen in Gewaltsituationen Hilfe erhalten.“

1981 haben die Vereinten Nationen mit der Resolution 54/134 den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ins Leben gerufen. Hintergrund der Einführung des Aktionstages war der Fall der Schwestern Mirabal, Mitglieder des „Movimento Revolucionario 14 de Junio“, die 1960 durch Militärangehörige ermordet wurden. Seitdem mahnt dieser Tag jedes Jahr, das fundamentale Recht von Frauen auf Gewaltlosigkeit einzuhalten. „Seit 38 Jahren erinnert dieser Tag daran, das Recht der Frauen auf ein Leben ohne Gewalt zu gewährleisten“, unterstreicht Gleichstellungsrätin Michela Morandini.

lpa/stol