<BR /><b>Wie verbringt ein neu gewählter Bürgermeister den Tag nach der Wahl?</b><BR />Felix Nagler: Ich bin gleich in der Früh zur Gemeinde gefahren und habe mich mit dem Personal und mit Vizebürgermeister Felix Dapoz getroffen. Wir haben die anstehenden Termine besprochen, danach habe ich einige Gemeinderäte angerufen und die Sondierungsgespräche zur Bildung des Gemeindeausschusses begonnen. Ich möchte schnell einen Ausschuss bilden, damit wir wieder operativ werden. <BR /><BR /><b>Im neuen Gemeinderat sitzen sehr viele bewährte Kräfte...</b><BR />Nagler: Ja, das zeigt, dass die Arbeit in den vergangenen Jahren gut war und von der Bevölkerung geschätzt wurde. Und es spricht für Kontinuität. Es freut mich aber auch sehr, dass neben mir mit Alex Ploner noch ein Unter-30-Jähriger sehr gut gewählt wurde. Ich sehe das als Zeichen, dass uns Jungen Vertrauen entgegen gebracht wird und hoffe, dass das viele andere Jugendliche motiviert, sich auch einzubringen. <BR /><BR /><b>Sie treten in große Fußstapfen. Angel Miribung war ein sehr beliebter Bürgermeister...</b><BR />Nagler: Ja, ich trete das Amt mit großem Respekt an. Angel war ein großes Vorbild, ich habe von ihm viel lernen können. Er war ein Vollzeitbürgermeister, der für alle da war. Ich werde, wie ich im Vorfeld gesagt habe, weiter im Familienbetrieb tätig sein, aber ich verspreche, als Bürgermeister auch immer für alle da zu sein und motiviert und voller Energie für unsere Gemeinde zu arbeiten. Angel wollte immer, dass es gut weitergeht. Er wird fehlen, aber er wird uns von oben sicher helfen. <BR /><BR /><b>Sie sagen, Sie haben von ihm viel gelernt. Was werden Sie übernehmen, was neu machen?</b><BR />Nagler: Wenn es um Innovationen und Digitalisierung geht, tue ich mich vermutlich leichter , als er es getan hat. Das unternehmerische Denken verbindet uns, gut wirtschaften muss man in einer Gemeinde auch. Angel wollte Dinge weiterbringen. Ihm war die Lebensqualität in unserem Dorf wichtig, er wollte, dass es den Leuten gut. Und ihm lagen die Vereine am Herzen. Das ist auch mir sehr wichtig.<BR /><BR /><b>Apropos Lebensqualität: Wie attraktiv ist Wengen als Lebensraum?</b><BR />Nagler: Wir sind eine der wenigen Berggemeinden, in denen die Bevölkerungszahl wächst. Wir haben eine hohe Geburtenrate, Familien fühlen sich bei uns wohl. Dass das auch so bleibt, ist eine der größten Herausforderungen. Ein Ausgleich zwischen Lebensraum, Landwirtschaft, Handwerk, Tourismus und Wirtschaft ist bei uns im Gadertal sehr wichtig. Das zu erhalten, ist ein Ziel.<BR /><BR /><b>Ist auch leistbares Wohnen ein Thema?</b><BR />Nagler: Auf jeden Fall. Wir wollen in unserem Dorf mehrere Zonen für den geförderten Wohnbau weiterbringen, um den Jungen die Chance zu geben, sich den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Auch Wohnen mit Preisbindung wird Thema sein. Ebenso die Erweiterung bestehender Gebäude, indem sie nach oben ausgebaut werden. Stichwort Mehrgenerationenhaus. <BR /><BR /><b>Sie sind SVP-Mitglied, waren Vize-JG-Vorsitzender und bei den EU-Wahlen Unterstützungskandidat für Herbert Dorfmann. Was streben Sie noch an?</b><BR />Nagler: Jetzt bin ich Bürgermeister und möchte diesen Auftrag gut erfüllen. Alles andere ist offen und kann man nicht planen. Außerdem habe ich noch einen Betrieb daheim. Mein größter Dank geht an meine Eltern und meinen Bruder, die mich immer unterstützen. Das ist nicht selbstverständlich.