„Die Bevölkerung ist inzwischen überzeugt, dass es den Klimawandel gibt, aber wir tendieren ihn erst als Gefahr zu sehen, wenn der Alltag durch Umweltprobleme beeinträchtigt wird“, gab Ralf Pellegrini, Präsident der Toblacher Gespräche, in seiner Begrüßung zu Bedenken.<BR /><BR /> Georg Kaser, einer der weltweit renommiertesten Gletscherforscher und ehemaliger Professor an der Universität Innsbruck, drängte darauf, den Energiekonsum in den kommenden Jahren drastisch herunterzufahren, Das bedeute aber auch, dass gesellschaftliche Umwälzung kommen werden, die der Bevölkerung klar vermittelt werden müssen.<BR /><BR /><b>„Mehr motivierte Menschen, um einen politischen Wandel herbeizuführen“</b><BR /><BR />Kaser meinte, die Gefahr sei real, dass das Klima sich verselbstständige, das dem Ende unserer Zivilisation gleichkommen würde. „Das Eis ist nicht nur dünn, es ist sehr dünn!“ Gleichzeitig aber zeigte er sich hoffnungsvoll, bei den vielen Klimainitiativen, die auf dem Podium vorgestellt wurden.<BR /><BR />Michael Steinwandter, Bodenbiologe und Umweltaktivist, meinte, der gesamte Lebensstil sei zu überdenken: Energie einzusparen wie auch der Verzehr von Fleischprodukten zu vermeiden. David Hoffmann, Klimaaktivist und Mitbegründer der Bürgerinitiative „Schenke Zukunft/Regala Futuro“ in Sterzing, glaubte das kapitalistische Wirtschaftssystem sei Teil des Problems. Der einzige Ausweg aus der Krise sei Aktivismus. Es brauche mehr motivierte Menschen, um einen politischen Wandel herbeizuführen. <BR /><b><BR />Auch Südtiroler Klimaaktivisten bei Toblacher Gesprächen</b><BR /><BR />Die beiden Klimaaktivisten Alexander Schönafinger und Janin Höllrigl, Mitbegründer von Mava Seggo, wiesen darauf hin, dass der Klimaplan der Südtiroler Landesregierung nicht umfassend sei, da die Emissionen der Landwirtschaft, die bei 20 Prozent liegen, nicht berücksichtigt wurden.<BR /><BR />Katharina Tschigg, Doktorandin an der EURAC, vermisste einen detaillierten Strategieplan bei der Ökologisierung der Gesellschaft. Noch völlig unberücksichtigt werde der Bereich des Tourismus. <BR />Die Toblacher Gespräche laufen noch bis Sonntagmittag.<BR />