Mittwoch, 05. Juni 2019

34.962 Personen mit gültiger Aufenthaltsgenehmigung

Am 31.12.2017 waren in Südtirol 34.962 Personen Inhaber einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung für Nicht-EU-Bürger. Der Großteil (45,7 Prozent) stammt aus europäischen Nicht-EU-Staaten, mehr als ein Viertel aus Asien (27,3 Prozent) und 20,1 Prozent aus Afrika. Hauptgründe für die Anwesenheit sind familiäre Gründe (52,7 Prozent) und das Ausüben einer Erwerbstätigkeit (37,6 Prozent). Dies geht aus einer Studie der ASTAT hervor.

Der Großteil (45,7 Prozent) stammt aus europäischen Nicht-EU-Staaten, mehr als ein Viertel aus Asien (27,3 Prozent) und 20,1 Prozent aus Afrika.
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Der Großteil (45,7 Prozent) stammt aus europäischen Nicht-EU-Staaten, mehr als ein Viertel aus Asien (27,3 Prozent) und 20,1 Prozent aus Afrika.

Am 31.12.2017 waren in Südtirol 31.427 Personen Inhaber einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung, 7,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Das diesbezügliche Dokument muss von all jenen Nicht-EU-Bürgern beantragt werden, welche sich länger als drei Monate in Italien aufhalten wollen. Für EU-Bürger hingegen gilt laut gesetzesvertretendem Dekret Nr. 30 vom 6. Februar 2007 das Recht zur freien Wahl des Wohn- und Aufenthaltsortes in allen Mitgliedsstaaten. Auf den 31.427 Aufenthaltsgenehmigungen sind außer dem Inhaber noch weitere 3.535 Personen (minderjährige Kinder) eingetragen, sodass sich die Zahl der Nicht-EU-Bürger, die sich regulär in Südtirol aufhalten, auf insgesamt 34.962 beläuft.

Albanien, Pakistan und Marokko stärkste Nationen

Die Inhaber einer Aufenthaltsgenehmigung stammen zum Großteil aus europäischen Nicht-EU-Staaten (45,7 Prozent), mehr als ein Viertel (27,3 Prozent) stammt aus Asien, 20,1 Prozent aus Afrika und 6,9 Prozent aus Amerika. Albanien liegt mit 5.042 Bürgern an der Spitze der Rangordnung der Herkunftsstaaten. Es folgen Pakistan (3.222), Marokko (3.149), Kosovo (2.327), Nordmazedonien (2.021) und die Ukraine (1.689). Mit einigem Abstand folgen Indien (1.330) sowie China (1.163). Alle anderen Herkunftsländer sind mit weniger als 1.000 Personen vertreten.

EG-Daueraufenthaltserlaubnis

Der überwiegende Teil der Aufenthaltsgenehmigungen (67,9 Prozent) besteht aus der sogenannten EG-Daueraufenthaltserlaubnis, welche seit dem 8. Jänner 2007 die frühere Aufenthaltskarte ersetzt. Diese Aufenthaltsgenehmigung ist zeitlich unbeschränkt und kann nur von jenen beantragt werden, welche bereits seit mindestens fünf Jahren im Besitz einer Aufenthaltsgenehmigung sind und einen Test zur Kenntnis der italienischen Sprache bestanden haben.

Der hohe Prozentsatz an EG-Daueraufenthaltserlaubnissen ist nicht nur ein Indikator für die Stabilität des Phänomens Einwanderung, sondern auch für einen gewissen Lebensstandard der Inhaber. Die gesetzliche Regelung sieht nämlich vor, dass nur jene um eine solche Aufenthaltsgenehmigung ansuchen dürfen, die über ein angemessenes Einkommen und eine angemessene Wohnung verfügen. Besonders im Nordosten Italiens finden sich hohe Anteilswerte von Daueraufenthaltsgenehmigungen - Nicht-EU-Bürger entscheiden sich im Falle eines längerfristigen Aufenthaltes v.a. für die nördlichen Regionen des Staates.

Häufigste Beantragungsgründe nach wie vor Familie und Arbeit

Familiäre Gründe stellen den Hauptgrund für die Ausstellung einer Aufenthaltsgenehmigung dar (52,7 Prozent) - bis 2014 war noch die Arbeit das maßgebliche Motiv gewesen. In den letzten Jahren haben die Aufenthaltsgenehmigungen aus Asyl- bzw. humanitären Gründen zugenommen.

Bei den Aufenthaltsgenehmigungen aus familiären Gründen (52,7 Prozent) und aus Arbeitsgründen (37,6 Prozent) gibt es deutliche Geschlechtsunterschiede: Wesentlich mehr Männer als Frauen beantragen eine Aufenthaltsgenehmigung aus Arbeitsgründen (49,6 Prozent gegenüber 24,4 Prozent), Frauen hingegen beantragen sie häufiger aus Familiengründen (71,4 Prozent gegenüber 35,9 Prozent). Dies schließt aber nicht aus, dass auch diese Frauen zum Teil einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Anteil der Flüchtlinge unter den Inhabern der Aufenthaltsgenehmigung ensteigt

Der Anteil von Flüchtlingen unter den Inhabern von Aufenthaltsgenehmigungen steigt tendenziell an: Die Zahl der Flüchtlinge, die bereits politisches Asyl genießen, bleibt mit 472 Personen weiterhin gering. 1.315 Personen haben den Antrag auf Asyl gestellt, weitere 608 Menschen stehen unter internationalem Schutz und 416 wurden aus humanitären Gründen im Land aufgenommen. Andere Aufenthaltsgründe wie Studium und Forschung, Anvertrauung, Heilbehandlungen usw. fallen kaum ins Gewicht.

Geschlechterverhältnis ausgeglichen

52,5% der Inhaber einer Aufenthaltsgenehmigung sind Männer, 47,5 Prozent Frauen. Insgesamt gesehen ist das Geschlechterverhältnis also nahezu ausgeglichen. Bei genauerer Betrachtung hingegen fallen deutliche Unterschiede in der Verteilung auf: Nationen mit starkem Männerüberhang sind Afghanistan, Senegal, Algerien und Indien, Nationen mit Frauenüberhang Thailand, Ukraine, Moldau und Kuba. Nach Kontinenten betrachtet überwiegen die Männer unter den Afrikanern und Asiaten, die Frauen hingegen unter den amerikanischen und europäischen Staatsbürger.

Ein Viertel der regulär anwesenden Nicht-EU-Bürger ist minderjährig

Insgesamt sind 24,2 Prozent der Nicht-EU-Bürger mit regulärem Aufenthaltsstatus Ende 2017 minderjährig. Wie auch bei den Geschlechtern gibt es hinsichtlich des Anteils der Minderjährigen aber Unterschiede nach Staatsbürgerschaft: Unter den Nationen mit mehr als 1.000 anwesenden Personen ist der Anteil von Minderjährigen unter den Kosovaren am höchsten (34,3 Prozent), unter den Ukrainern am niedrigsten (8,7 Prozent).

stol

stol