Mittwoch, 09. Juni 2021

4 statt 22 Prozent: Tampon-Tax soll gesenkt werden

Am heutigen Mittwoch wurde in der Sitzung des Landtags ein Beschlussantrag angenommen: Der Landtag wird nun das Parlament und die Regierung in Rom auffordern, den Steuersatz auf Hygieneartikel für Frauen von derzeit 22 Prozent auf 4 Prozent zu senken. „Der erste Schritt ist gemacht, jetzt müssen viele weitere folgen“, so die Reaktion der Jungen Generation der SVP.

Der Landtag wird nun das Parlament und die Regierung in Rom auffordern, den Steuersatz auf Hygieneartikel für Frauen von derzeit 22 Prozent auf 4 Prozent zu senken.
Badge Local
Der Landtag wird nun das Parlament und die Regierung in Rom auffordern, den Steuersatz auf Hygieneartikel für Frauen von derzeit 22 Prozent auf 4 Prozent zu senken. - Foto: © shutterstock
Bei der Sitzung des Landtags wurde der Begehrensantrag von den Abgeordneten Sandro Repetto, Jasmin Ladurner, Brigitte Foppa, Magdalena Amhof und Maria Elisabeth Rieder eingebracht. Der Südtiroler Landtag solle Druck auf Rom ausüben, um den Steuersatz von Menstruationsartikeln von 22 Prozent auf 4 Prozent zu senken.

Es gehe bei dem Antrag vor allem um die Sensibilisierung und der Landtag könne hier ein Zeichen setzen, meinte Landesrätin Waltraud Deeg. Der Antrag wurde mit 30 Stimmen und 2 Enthaltungen angenommen.

Auch die Junge Generation der SVP hat sich eingebracht

In den vergangenen Jahrzehnten habe sich viel in Hinblick auf die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau getan, aber dennoch muss man feststellen, dass andere Staaten in dieser Thematik einen Schritt voraus sind, so die Junge Generation in der SVP in einer Aussendung.

Die Junge Generation in der SVP beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Tampon-Tax, also mit der Besteuerung der Menstruationsprodukte, die in Italien noch bei 22 Prozent liegt. Seit der Begehrensantrag in der April-Sitzung vorgestellt wurde, hat sich in einigen Südtiroler Gemeinden schon etwas verändert: Unter anderem haben beispielsweise die Apotheken in Bruneck und Bozen den Preis von Menstruationsprodukten um 25 bzw. 22 Prozent gesenkt, damit Frauen indirekt die Mehrwertsteuer auf jene Produkte erlassen wird.

„Die weibliche Menstruation ist kein Luxus“

Die JG-Stellvertreterin aus dem Bezirk Brixen und Initiatorin der internen Kampagne, Lia Vontavon, ist erfreut über den Ausgang der heutigen Abstimmung: „Die weibliche Menstruation wird häufig noch als Tabuthema gesehen, das sehen wir vor allem in der Besteuerung von Frauenhygieneprodukten, die im Handel nach wie vor mit dem Mehrwertsteuersatz von 22 Prozent angeboten werden. Die weibliche Menstruation ist jedoch kein Luxus, diese Art der Diskriminierung darf nicht länger fortbestehen“.

„Besonders in der jetzigen Situation kann die monatliche Menstruation eine zusätzliche Belastung für Frauen darstellen. Manchen Frauen fehlt das Geld, um sich regelmäßig notwendige Hygieneartikel kaufen zu können. Das darf nicht sein. Viele Länder haben die Tamponsteuer bereits gesenkt oder abgeschafft. Jetzt ist die Regierung in Rom am Zug, dem gleich zu tun“, so die Landtagsabgeordnete Jasmin Ladurner, welche die Anträge im Landtag gemeinsam mit ihren Kollegen Sandro Repetto und Brigitte Foppa eingebracht hat und fährt fort: „Genauso wollen wir mit konkreten Maßnahmen gegen Periodenarmut und Tabuisierung kämpfen. Kostenlose Hygieneartikel und die Sensibilisierung an den Schulen spielen hier eine wesentliche Rolle“.

Sensibilisierung an Südtiroler Schulen erwünscht

Aus diesem Grund wurde zugleich beschlossen, ein Pilotprojekt gegen „Period-Poverty“ an Südtirols Mittelschulen zu initiieren, wobei im Rahmen der Sensibilisierung Schülerinnen weibliche Hygieneartikel gratis zur Verfügung gestellt werden sollen.

„Damenhygieneprodukte müssen für alle Frauen einfacher zugänglich gemacht werden, deshalb fordern wir gratis Mensturationsprodukte auch an Südtirols Oberschulen“, sagt die stellvertretende Landesvorsitzende der JG Ingrid Kusstatscher.






stol

Alle Meldungen zu: