Sonntag, 19. April 2020

44 Boko-Haram-Kämpfer in tschadischem Gefängnis tot aufgefunden

In einem Gefängnis im Tschad sind 44 inhaftierte Kämpfer der Islamistenmiliz Boko Haram tot aufgefunden worden. Eine Autopsie habe ergeben, dass die Gefangenen Gift zu sich genommen hätten, sagte Staatsanwalt Youssof Tom.

Todesursache ist offenbar eine Vergiftung.
Todesursache ist offenbar eine Vergiftung.
Die Islamisten seien bereits am Donnerstag und Freitag gestorben. Wo sie das Gift hergenommen hätten, sei unklar. 14 weitere Boko-Haram-Kämpfer hätten überlebt.

Die Männer waren kürzlich bei einem Militäreinsatz gefangen genommen worden, den der tschadische Präsident Idriss Deby medienwirksam selbst geleitet hatte. Dabei wurden nach Armeeangaben etwa tausend 1000 Boko-Haram-Kämpfer getötet und Dutzende lebend überwältigt. Der Feldzug war eine Reaktion auf einen Angriff der Boko Haram, bei dem im März 98 Soldaten getötet wurden.

Boko Haram hat sich dem Islamischen Staat (IS) angeschlossen und ist in weiten Teilen der Region von Nigeria und Kamerun bis Mali aktiv. Die Sunnitenorganisation tritt jetzt meist unter den Namen Islamischer Staat Provinz Westafrika (ISWAP) auf. In den vergangenen Monaten hat sie ihre Angriffe vor allem im Sahelgebiet ausgeweitet.

dpa

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