Sonntag, 1. Mai 2022

46 Zivilisten laut Moskau bei Mariupoler Stahlwerk evakuiert

Erstmals hat eine größere Gruppe Zivilisten das schwer umkämpfte Asow-Stahlwerk im südukrainischen Mariupol verlassen können. Das russische Verteidigungsministerium sprach am Sonntag von insgesamt 46 Menschen in 2 Gruppen, die in Sicherheit gebracht worden seien. Auf ukrainischer Seite war nur von 20 Menschen die Rede.

Eine von Russland zerstörte Schule in der Region Cherson. - Foto: © APA/AFP / BULENT KILIC

Das Moskauer Ministerium erklärte, am Asow-Stahlwerk seien ein „Waffenstillstand“ verhängt und ein „humanitärer Korridor“ eingerichtet worden. Am Samstagnachmittag seien dann zunächst 25 Bewohner der an das Werk angrenzenden Wohngebäude in Sicherheit gebracht worden. Später hätten weitere 21 Menschen das Gelände verlassen, „die nach Besimenne gebracht wurden“. Die Ortschaft liegt auf halbem Weg zwischen Mariupol und der russischen Grenze.

Frühere Versuche der Evakuierung von Zivilisten aus dem Stahlwerk waren fehlgeschlagen. Alle aus dem Werk fortgebrachten Zivilisten hätten „Unterkunft, Nahrung und die notwendige medizinische Hilfe erhalten“, erklärte nun das Moskauer Verteidigungsministerium. Es machte keine Angaben dazu, wohin die erste Gruppe gebracht wurde.

Die Fabrikanlage ist die letzte Bastion des ukrainischen Widerstands in Mariupol


Das ukrainische Asow-Regiment hatte am Samstag mitgeteilt, 20 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, hätten das Werk in der Hoffnung verlassen, ins ukrainisch kontrollierte Saporischschja gebracht zu werden. Das Asow-Regiment hat sich in dem Stahlwerk verschanzt. Die Fabrikanlage ist die letzte Bastion des ukrainischen Widerstands in der durch russische Angriffe weitgehend zerstörten Hafenstadt Mariupol.

Das Asow-Regiment berichtete von heftigem nächtlichen Artilleriefeuer auf die Anlagen. Die ukrainischen Soldaten gaben an, das Industriegelände mit seinen weitläufigen unterirdischen Tunnelanlagen nach weiteren Zivilisten zu durchsuchen. Eine Evakuierung von Verletzten sei vorerst aber nicht geplant.

Bei einem ukrainischen Angriff auf Isjum wurden i mehrere Menschen getötet


Bei einem ukrainischen Angriff auf das Quartier des russischen Armeestabs in der Stadt Isjum wurden indes nach Angaben aus Kiew mehrere Menschen getötet. Darunter seien ranghohe Offiziere, berichtete ein Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko, am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram. Die 50.000-Einwohner-Stadt Isjum liegt im Osten der Ukraine.

Nach ukrainischen Angaben hält sich dort auch der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow auf, um die Offensive im Donbass zu befehligen. Der Angriff soll bereits am Samstag erfolgt sein. Aus Russland gab es dafür keine Bestätigung - auch nicht für den Aufenthalt Gerassimows in der Gegend.

In Kiew empfing Selenskyj die US-Politikerin Pelosi

Im Westen Russlands geriet unweit der Grenze zur Ukraine eine militärische Einrichtung in Brand. Das Feuer sei im Gebiet Belgorod „auf dem Gebiet eines Objekts des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation“ ausgebrochen, schrieb Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Sonntag im Nachrichtendienst Telegram.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier.

apa

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