Mittwoch, 23. September 2020

50 Männer, eine Frau: Debatte um Geschlechtergerechtigkeit

Nach anderthalb Tagen und rund 50 Reden von Staats- und Regierungschefs hat bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York die erste Frau gesprochen – und damit eine Debatte über Geschlechtergerechtigkeit neu angefacht.

Die meisten Redner bei der UN-Vollversammlung sind Männer.
Die meisten Redner bei der UN-Vollversammlung sind Männer. - Foto: © APA/afp / ESKINDER DEBEBE
Die slowakische Präsidentin Zuzana Caputova hielt am Mittwochmittag (Ortszeit) ihre Ansprache vor der Vollversammlung, wegen der Coronavirus-Pandemie wie alle anderen Redner auch per vorab aufgezeichneter Video-Botschaft.

Caputova war Nummer 51 auf der Rednerliste der Generaldebatte, alle vor ihr waren Männer. Insgesamt wird erwartet, dass bei der bis Dienstag dauernden Generaldebatte mit Reden von rund 200 Vertretern von Ländern oder Organisationen nur knapp ein Dutzend der Beiträge von Frauen stammen werden.

UN-Generalsekretär António Guterres hatte das Thema Geschlechtergerechtigkeit bei seiner Rede zur Eröffnung der Veranstaltung am Dienstag adressiert. Er sprach von einem „versteckten Krieg gegen Frauen“ und ihrer grundlegenden Benachteiligung.

Frauen besonders betroffen von Corona-Folgen

Guterres hob dabei hervor, dass Frauen die Hauptlast der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie tragen müssten, von Arbeitsplatzverlust stärker betroffen seien und den größten Teil der unbezahlten Pflegearbeit erledigten, die durch Covid-19 verursacht wird. Gleichzeitig betonte er, dass die Pandemie „mehr denn je zuvor die Effektivität weiblicher Führungsstärke“ bewiesen habe. „Wenn wir nicht jetzt handeln, könnte die Gleichstellung der Geschlechter um Jahrzehnte zurückgedrängt werden.“

dpa