Sonntag, 26. Mai 2019

54 Migranten trafen mit Segelboot in Kalabrien ein

Während die italienische Regierung auf ihre Politik der „geschlossenen Häfen“ setzt, suchen Schlepper nach anderen Routen, um Flüchtlinge mit Booten nach Italien zu bringen.

Archivbild
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54 Migranten trafen am Wochenende an Bord eines Segelbootes im süditalienischen Kalabrien ein. Das Boot war von Bodrum in der Türkei abgefahren, zwei russische Crewmitglieder wurden wegen Schlepperei festgenommen.

Das Segelboot wurde am Samstag von einem Flugzeug der Polizei gesichtet, berichteten Medien am Sonntag. Bei Kontrollen wurden pakistanische Migranten entdeckt, die wohlauf seien, berichteten italienische Medien. Die 54 Männer wurden in ein Flüchtlingszentrum untergebracht. Die Ermittler vermuten die russische Mafia hinter den Transporten.

Bei den Crews, die die Migranten an Bord von Segelbooten nach Italien schleppen, handelt es sich meist um Russen oder Georgier, berichteten italienische Medien. Mit Jachten, oder teuren Segelbooten, die oft unter US-Flagge fahren, werden Migranten von der Türkei zunehmend nach Kalabrien und Apulien gebracht.

Laut den Ermittlern schleusen die Schlepper auf einem Boot bis zu 70 Flüchtlinge nach Italien und kassieren dabei 10.000 Euro pro Passagier. Bei den Migranten handelt es sich vor allem um Kurden, Syrer und Iraker, die meist in Istanbul in die Boote steigen.

Der Ankunftszahl von Migranten in Italien hat im Mai wieder zugenommen. Von den 1.425 Migranten, die seit Anfang 2019 Italien erreicht haben, trafen die Hälfte – rund 700 Personen – allein im Monat Mai ein. Das Innenministerium in Rom berichtete, dass die Zahl der 2019 eingetroffenen Migranten um 86 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 rückgängig seien. Seit dem 1. Jänner 2019 seien außerdem 2.530 Migranten in ihre Heimat abgeschoben worden.

apa

stol