Man müsse sich, so Steger, den historischen Kontext vor Augen führen: „Europa lag in Trümmern, die Verwundungen und Schrecken des Krieges waren noch nicht überwunden, die Option warf ihren langen Schatten, und trotzdem waren es Erich Amonn und 18 weitere Mitstreiter, die eine antifaschistische politische Bewegung mit dem Namen Südtiroler Volkspartei ins Leben riefen, um die Interessenvertretung der deutsch- und ladinischsprachigen Minderheit sicherzustellen.“<BR /><h3> Gegen Faschisten und Nazis</h3>Bemerkenswert ist, dass Erich Amonn sich bereits, während der italienischen und darauffolgenden deutschen Besatzung gegen die jeweiligen faschistischen bzw. nazistischen Regime stellte: Der Gründungsobmann der Südtiroler Volkspartei gehörte zu den „Dableibern“, während der Optionszeit und war führendes Mitglied im Andreas-Hofer-Bund. <BR /><BR />„Seine Haltung in jenen Jahren erforderte einen enorm starken Charakter, der ihm dann 1945 Gehör bei den Siegermächten verschaffte – eine Grundvoraussetzung, um überhaupt eine Partei in einem von den Siegermächten besetzten Gebiet gründen zu dürfen“, unterstreicht Steger.<h3> Versöhnung zwischen Dableibern und Optanten</h3>Auch sein Wirken für die Südtiroler Interessen und die Südtiroler Volkspartei zeugt von einem Menschen, vor dem wir heute in Dankbarkeit und Ehrfurcht unseren Hut ziehen: „Seiner Obmannschaft ist es zu verdanken, dass der Weg zur Versöhnung zwischen Dableibern und Optanten beschritten werden konnte. Ohne diesen Schulterschluss wäre es wohl nie zu diesem großen Südtiroler Zusammenhalt gekommen, der Südtirol durch die folgenden schweren Jahre getragen hat“, sagt Steger abschließend.