„10 weibliche Landtagsabgeordnete sind wenig“, so Katharina Crepaz, Wissenschaftlerin am „Center for Autonomy Experience“ an der Eurac.<h3> Warum ist es für Frauen bis heute schwer, in der Politik Fuß zu fassen?</h3>„Die Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement spielt eine große Rolle.“ Politische Veranstaltungen und Sitzungen finden abends statt, es gibt Wochenendtermine. Frauen übernehmen immer noch den Großteil der Familien- und Pflegearbeit. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67407854_quote" /><BR /><BR />„Gesamtgesellschaftlich müssen wir uns so verändern, dass diese Verantwortung nicht nur auf den Frauen lastet“, so Crepaz. Die Politik müsse sich mehr an die Lebensrealitäten der Frauen anpassen, „etwa auch mal mit einer Gemeinderatssitzung online“. <BR /><BR />Zudem sei es laut Crepaz ein Problem, dass sich viele Frauen noch immer weniger zutrauen als Männer. „Männer tun es einfach – durch die Rollen, mit denen wir aufwachsen, haben sie mehr Selbstbewusstsein in dieser Hinsicht.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1097340_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Eine, die sich getraut und inzwischen viel politische Erfahrung gesammelt hat, ist die Landtagsabgeordnete <b>Brigitte Foppa</b> (Grüne/Bild). „Wir Frauen müssen uns immer mehr anstrengen als die männlichen Kollegen“, sagte sie. Junge Frauen würden oft nicht ernst genommen, klein gehalten, das Äußerliche spiele eine große Rolle. „Wenn Frau gestandener ist, wird es einfacher“, so Foppa. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1097343_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />„Meine Mutter kannte als Frau in der Politik ihre Grenzen“, erinnerte sich, <b>Waltraud Deeg</b> (Bild), die Tochter von Waltraud Gebert Deeg. „Grenzen, die auch mir selbst klar gesteckt wurden.“ Es werde erwartet, dass Frauen „brav“ sind, so die SVP-Landtagsabgeordnete. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1097346_image" /></div> <BR /><b>Die ersten 2 weiblichen Landtagsabgeordneten</b><BR /><BR />„Waltraud Gebert Deeg wollte gar nicht in die Politik. Sie engagierte sich beim Katholischen Verband der Werktätigen (KVW), setzte sich für soziale Anliegen ein. Sie und wurde durch Zufall als Kandidatin des Verbandes nominiert, weil es Konflikte zwischen 2 Männern gab. Sie war die Notlösung“, weiß die Journalistin Renate Mumelter. <BR /><BR />Am 15. November 1964 zogen Waltraud Gebert Deeg (SVP) und Lidia Menapace (DC) in den Landtag ein – als erste weiblichen Abgeordneten. Lidia Menapace wurde Assessorin für Soziales, Gebert Deeg ihre Stellvertreterin. „Waltraud Gebert Deeg lebte eine Gleichberechtigung vor, die es heute noch nicht gibt. Ihr Partner kümmerte sich viel um das gemeinsame Kind. Manchmal sagte sie einen Termin am Wochenende auch mal ab. Gebert Deeg zeigte, dass auch eine Frau Politik machen kann“, so Mumelter. <BR /><BR />Kämpferisch und mutig war Lidia Menapace: „Sie war eine Feministin und hatte klare Vorstellungen: Südtirol braucht eine lokale Autonomie für alle 3 Sprachgruppen“, erzählte Alessandra Spada, Präsidentin des Frauenarchivs.