Mittwoch, 28. April 2021

7 ehemalige italienische Links-Terroristen in Frankreich festgenommen

7 Ex-Mitglieder der Roten Brigaden, die in Italien wegen Terrortaten verurteilt worden waren, sind in Frankreich festgenommen worden. Nach drei weiteren Verdächtigen, die nicht an ihrem Wohnort angetroffen wurden, werde noch gefahndet, teilte der Élyséepalast am Mittwoch in Paris mit.

Im Bild ein Gedenkstein für Opfer der „Brigate Rosse“ in Rom.
Im Bild ein Gedenkstein für Opfer der „Brigate Rosse“ in Rom. - Foto: © ANSA / Massimo Percossi / Z49
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Razzia der italienischen Polizei zur Festnahme von 7 ehemaligen Mitglieder der linksextremistischen Terrorgruppe „Brigate rosse“ (Rote Brigaden) begrüßt. Frankreich habe das Problem der von Italien gesuchten Linksextremisten „lösen“ wollen.

„Frankreich, das ebenfalls vom Terrorismus hart getroffen worden ist, begreift das absolute Bedürfnis der Opfer des Terrorismus nach Gerechtigkeit“, sagte Macron. Die Festnahmen würden der Notwendigkeit entsprechen, ein „Europa der Gerechtigkeit“ aufzubauen, das auf gegenseitigem Vertrauen basiere.

Die Anwältin der 7 Festgenommenen, Irène Terrel, warf Frankreich „einen unsäglichen Verrat“ an jahrzehntelangen Prinzipien vor. Zu ihren Mandanten gehört die 66-jährige Marina Petrella. Sie war unter anderem wegen der Tötung eines Polizisten in Italien zu lebenslanger Haft verurteilt worden, floh aber vor ihrer Festnahme. Zuletzt hatte sich Frankreichs konservativer Präsident Nicolas Sarkozy 2008 wegen Petrellas Gesundheitszustand gegen eine Auslieferung entschieden.

Der ehemalige italienische Innenminister und Chef von Italiens rechter Regierungspartei Lega, Matteo Salvini, bezeichnete die Festnahme der Ex-Terroristen als „Erfolg“ für Italien. Während Salvinis Amtszeit als Innenminister war im Jänner 2019 der langgesuchte ehemalige italienische Terrorist Cesare Battisti in Bolivien festgenommen und nach Italien ausgeliefert worden. Battisti werden mehrere Morde Ende der 1970er-Jahre angelastet. Er war Mitgründer der linksextremistischen Gruppe „Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus“ (PAC), die für die Morde verantwortlich gemacht wurde. 1993 wurde Battisti in Italien in Abwesenheit wegen vierfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

dpa