Dienstag, 05. Mai 2020

75 Jahre nach Befreiung: Van der Bellen gedenkt in Mauthausen der Opfer

Zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen und seiner 49 Nebenlager hat Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Dienstag auf dem Appellplatz des ehemaligen Lagers im Gedenken der Opfer einen Kranz niedergelegt. „Fassungslos – auch heute noch – und voll Scham verneigen wir uns vor den Opfern von damals“, hatte der Bundespräsident schon tags zuvor in einer Videobotschaft erklärt.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen legte im Gedenken der Opfer einen Kranz nieder.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen legte im Gedenken der Opfer einen Kranz nieder. - Foto: © APA/BUNDESHEER / PETER LECHNER
Die traditionelle Mauthausen-Befreiungsfeier findet heuer zwar wie immer am 10. Mai statt, wegen der Corona-Pandemie allerdings online auf der Website des Mauthausen Komitees Österreich. Von 1938 bis zur endgültigen Befreiung des KZ am 7. Mai 1945 durch die 11. Panzerdivision der Dritten US-Armee kamen 200.000 Gefangene nach Mauthausen, die Hälfte von ihnen überlebte die NS-Vernichtungsmaschinerie nicht.

Österreichs Verantwortung „für die dunkelsten Seiten der Geschichte“

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) erinnerte an die historische Verantwortung Österreichs „für die dunkelsten Seiten der Geschichte“. „Mauthausen steht wie kein zweiter Ort in unserem Land für die Schrecken des NS-Terrorregimes. Umso wichtiger ist es, sich auch heute der Verantwortung der Geschichte zu stellen“, sagte Kurz am Dienstag.

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Diese „dunkelsten Seiten“ dürften niemals in Vergessenheit geraten. „Es ist 75 Jahre nach der Befreiung unerlässlich, sich an die Gräueltaten und Verbrechen, die im Nationalsozialismus begangen wurden, zu erinnern. Wir erinnern uns daran, dass Österreicherinnen und Österreicher nicht nur Opfer, sondern auch Täterinnen und Täter waren“, bekräftigte der Kanzler.

„Unsere Verantwortung gilt den 100.000 Menschen, großteils jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Mauthausen zum Opfer fielen. Menschen mit Behinderung, Roma und Sinti, Homosexuelle, Widerstandskämpfer und Menschen mit anderen Meinungen verloren an diesem Schicksalsort für Österreich ihr Leben. Ihnen allen sind wir in der Pflicht“, sagte Kurz abschließend.

apa