Freitag, 04. Januar 2019

750 Festnahmen bei Protesten gegen Frauen in Hindu-Tempel

Bei den Protesten gegen den Besuch von 2 Frauen in einem Hindu-Tempel im Süden Indiens sind mehr als 750 Demonstranten festgenommen worden. Die Polizei habe zudem mehr als 600 Menschen vorsorglich in Gewahrsam genommen, sagte ein Sprecher der Polizei im Unionsstaat Kerala am Freitag.

In mehreren Städten kam es zu wütenden Protesten von Hindu-Hardlinern. - Foto: APA (AFP)
In mehreren Städten kam es zu wütenden Protesten von Hindu-Hardlinern. - Foto: APA (AFP)

„Die Polizei ist besonders wachsam”, fügte der Sprecher hinzu. In den Städten Palakkad und Kasargod wurde demnach eine Ausgangssperre verhängt. Am Mittwoch hatten sich erstmals 2 Frauen heimlich Zutritt zum Sabarimala-Tempel in Kerala verschafft - und damit in mehreren Städten für wütende Proteste von Hindu-Hardlinern gesorgt. Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern der hinduistisch-nationalistischen Bharatiya-Janata-Partei (BJP) von Indiens Premierminister Narendra Modi und der linksgerichteten Regierung in Kerala wurden am Mittwoch und Donnerstag ein Mensch getötet und mindestens 15 weitere verletzte. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und Blendgranaten gegen die Demonstranten ein.

Frauen zwischen 10 und 50 Jahren gelten als „unrein“

Der auf einem Berg in Kerala gelegene Sabarimala-Tempel ist einer der heiligsten Tempel der Hindus. Das Oberste Gericht Indiens hatte im September nach einem jahrelangen Rechtsstreit das Zutrittsverbot für Frauen zwischen 10 und 50 Jahren zu dem Tempel aufgehoben. Bei Hindu-Fundamentalisten gelten die Frauen als „unrein”. Frauenaktivistinnen versuchten seither immer wieder vergeblich, zu dem Schrein für den Gott Ayyappa zu gelangen. Sie wurden jedoch stets von Hindu-Traditionalisten, darunter auch Frauen, abgehalten. Dabei kam es bereits im Oktober zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei, mehr als 2.000 Menschen wurden festgenommen.

apa/ag.

stol