Montag, 31. August 2020

80 Flüchtlinge in Kalabrien eingetroffen

Nachdem bei einer Explosion auf einem Boot mit Migranten im Mittelmeer nahe der italienischen Küste am Sonntag 3 Menschen ums Leben gekommen sind, ist es am Montag zu weiteren Ankünften von Geflüchteten im süditalienischen Kalabrien gekommen. 80 Menschen trafen an Bord eines Segelbootes in den Hafen der Stadt Crotone ein, berichteten italienische Medien. Auf Lampedusa hingegen verließen 307 Personen die Insel.

Auf Lampedusa wurden 307 Migranten mit 2 großen Schiffen weggebracht.
Auf Lampedusa wurden 307 Migranten mit 2 großen Schiffen weggebracht. - Foto: © ANSA / ELIO DESIDERIO
Das Segelboot mit syrischen, irakischen und afghanischen Familien an Bord war von der Türkei abgefahren. Das Rote Kreuz leistete Erste Hilfe. Die Familien wurden in ein Flüchtlingslager gebracht, wo auch Corona-Abstriche genommen wurden.

Bootsunglück vor Kalabrien

Nach dem Unglück östlich von Kalabrien am Sonntag wird noch ein Mensch vermisst. Zuvor war von 4 Toten und 2 Vermissten die Rede gewesen. Am Abend gab es dann neue Informationen des Innenministeriums. Das Boot wurde gerade von einem Schiff des italienischen Zolls in Richtung Crotone geschleppt, als es aus zunächst ungeklärter Ursache Feuer fing. 5 Menschen kamen verletzt ins Krankenhaus, darunter 2 Zollbeamte.

307 Menschen verlassen Lampedusa

Schwierig ist weiterhin die Lage auf Lampedusa, wo sich circa 1500 Migranten aufhalten. 307 von ihnen verließen am Montag die Insel. Im Hotspot befinden sich weiterhin 1219 Personen, teilte der Bürgermeister der Insel Salvatore Martello mit. Er kündigte einen „Streik“ der gesamten Insel gegen die Regierung in Rom an, die seiner Ansicht nach Lampedusa allein im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik gelassen habe ( STOL hat berichtet). Was konkret der Streik vorsieht, ist noch unklar.

Wegen des schlechten Wetters kam es in der Nacht auf Montag zu keinen Ankünften. Am Samstag war ein aus Libyen abgefahrenes Fischerboot mit 370 Migranten auf Lampedusa eingetroffen. Die Migranten stammten mehrheitlich aus Bangladesch und Senegal.

apa

Alle Meldungen zu: