„Die Autonomie besteht aus wegweisenden institutionellen Meilensteinen wie dem Gruber-Degasperi-Abkommen, aber auch aus zahlreichen kleinen, alltäglichen Schritten, an denen sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Das ist es, was die Autonomie lebendig, partizipativ und dynamisch macht“: Mit diesen Worten eröffnete Angelo Gennaccaro, Präsident des Südtiroler Landtages, am gestrigen Freitagabend auf dem Silvius-Magnago-Platz in Bozen die Veranstaltung des Landesparlaments anlässlich des 80. Jahrestags der Unterzeichnung des Gruber-Degasperi-Abkommens. Sie fand am Vorabend des Tages der Autonomie statt, der am 5. September gefeiert wird. <BR /><BR />Landeshauptmann Arno Kompatscher unterstrich in seinen Grußworten, dass er dem Landtag danke, dass er die Autonomie in dieser Form – mit der Beteiligung der Bevölkerung – feiere. „Ich wünsche mir“, so der Landeshauptmann weiter, „ein Südtirol, dass sich des großen Erbes der Autonomie bewusst ist. Wir hatten Glück und haben geschickt verhandelt, unsere Autonomie ist nicht vom Himmel gefallen. Aber heute kommen Leute aus der ganzen Welt, um sie kennenzulernen.“<BR /><BR />Der Weg der Autonomie wurde vom Teatro Stabile Bozen und den Vereinigten Bühnen Bozen in einem Wandertheater dargestellt, das das Publikum – darunter Vertreterinnen und Vertreter politischer und anderer Institutionen – in fünf Etappen vom Magnago-Platz über den Rathausplatz, den Obstmarkt und den Kornplatz zum Berloffa-Park führte. An jeder Station wurde von den Schauspielerinnen Arianna Scommegna und Johanna Porcheddu sowie dem Schauspieler Mirko Costa ein Teil des „Gedichts von Erde und Wasser“ von Francesco Nicolini gespielt. <BR /><BR />Das Stück in den drei Landessprachen – Italienisch, Deutsch und Ladinisch – begann mit einer dreistimmigen poetischen Einleitung und beschäftigte sich in der Folge mit den Epochen „Vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zur Option“, „Nachkriegszeit, internationale Verhandlungen, Gruber-Degasperi-Abkommen“, „Vom Abkommen bis zu den Jahren der Uneinigkeit“ und „Die Autonomie heute, der Epilog und der Blick in die Zukunft“.<BR /><BR />Damit wurden die Teilnehmenden von der Erinnerung an die Zäsuren des 20. Jahrhunderts über den Aufbau der Autonomie bis zur Beschäftigung mit den Herausforderungen der Gegenwart geführt. Musikalisch begleitet wurde das Wandertheater von der Brass Band Bozen Überetsch, der Banda Mascagni, dem ladinischen Duo Anita Obwegs und Philipp Schörghuber, der Nameless Band der Musikschule Vivaldi sowie Vertreterinnen und Vertretern des Südtiroler Chorverbands und der Federazione Cori dell’Alto Adige.<BR /><BR />Anschließend wurde eine audiovisuelle Multimedia-Installation auf die Fassade des Landtagsgebäudes projiziert, die die Veranstaltung abschloss. Leitmotiv von „FACES/Die Autonomie, das sind wir“, dem partizipativen Werk des Künstlers Marcello Arosio, ist die Botschaft, dass jede und jeder Einzelne zum Aufbau der Autonomie beiträgt. In diesem Sinne vereinte die Installation Ausschnitte aus Selbstporträts von Bürgerinnen und Bürgern, die diese über einen QR-Code eingesandt hatten. <a href="https://ondastudio.art/faces-bolzano/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Die Teilnahme ist weiterhin über den Link möglich</a> – die Installation wird nämlich auch am heutigen Samstag, dem Tag der Autonomie, von 20.30 Uhr bis 24 Uhr zu sehen sein.<BR /><BR />Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft der Stadtgemeinde Bozen und wird in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsamt der Stadt Bozen und der Euregio durchgeführt.