Montag, 27. Juli 2020

9,9 Millionen als Covid-Soforthilfen ausbezahlt

Mit insgesamt 3 Covid-Sozialleistungen hat das Land Südtirol seine Bürgerinnen und Bürger in der Corona-Zeit seit Ende April finanziell unterstützt. Dies sei ein wichtiger Beitrag gewesen, um plötzlich und unerwartet eintreffende Einkommensausfälle auffangen zu können, betonte am Montag Soziallandesrätin Waltraud Deeg bei der Vorstellung der Daten.

9,9 Millionen wurden an Soforthilfe ausbezahlt, zudem konnten Leistungen der mobilen Dienste wie Hauspflege und Essen auf Rädern auch in der Akutphase in Anspruch genommen werden.
Badge Local
9,9 Millionen wurden an Soforthilfe ausbezahlt, zudem konnten Leistungen der mobilen Dienste wie Hauspflege und Essen auf Rädern auch in der Akutphase in Anspruch genommen werden. - Foto: © LPA/Greta Stuefer
„Unser soziales Netz hat gehalten, weil es ein gutes Zusammenspiel der öffentlichen und privaten Träger gab.“ Innerhalb kürzester Zeit habe man beinahe zehn Millionen Euro an über 7000 Bürgerinnen und Bürger auszahlen können. Wichtig sei die gute Zusammenarbeit mit den Sozialsprengeln und die Aufrechterhaltung von Unterstützungsdiensten gewesen, aber auch die Flexibilität und Hilfsbereitschaft der jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, lobte Deeg.

Auch in Covid-Zeiten: Hauspflege und Essen auf Rädern aktiv

Der Präsident der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt Alois Kröll hob hervor, wie wichtig es war, „dass die ambulanten Dienste wie Essen auf Rädern und Hauspflege weiter gewährleistet wurden: Damit konnten wir wichtige Unterstützungsleistungen für pflegebedürftige Menschen und ihre Familienangehörigen anbieten.“

Nach dem staatlich verordneten Lockdown vom 9. März sei bereits am 10. März entschieden worden, die mobilen, ambulanten Dienste lediglich zu reduzieren. Die teilstationären, ebenso wie die stationären Dienste mussten dagegen ausgesetzt werden. Die Bedeutung dieser Dienstleistungen werde mit den Zahlen klar. über 5700 Menschen werden jährlich von der Hauspflege unterstützt und 382.000 Mahlzeiten gehen dank Essen auf Rädern an über 2600 Betreute. „Nach der Schaffung der gesetzlichen Möglichkeiten haben wir mit Mut und Aufmerksamkeit die Wiederöffnung der sozialen Dienste ab Mitte Mai schrittweise unternommen, und das als erste im gesamten Staatsgebiet“, berichtete Michela Trentini, Direktorin der Landesabteilung Soziales.

Um die gemachten Erfahrungen aller Träger zu analysieren, hat auf Initiative der Landesrätin Anfang Juli der Monitoringausschuss Soziales seine Tätigkeit aufgenommen. Über die Erfahrungen im Bezirk Burggrafenamt berichtete der Direktor der Sozialdienste Florian Prinoth: „Trotz widriger Umstände hat es einigermaßen gut funktioniert, auch dank der großzügigen Raumausstattung in allen Bezirken, die es ermöglichte, ins Freie oder in leerstehende Räumlichkeiten auszuweichen.“ Dass seit 25. Mai die Tageseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen wieder offen sind, bedeute eine große Erleichterung auch für die pflegenden Familienangehörigen. In der Hauspflege habe man vor allem in der ersten Phase der Krise einen Rückgang der Nachfrage festgestellt, mittlerweile sei aber wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

Über 7200 Antragsteller unterstützt

Die „Finanzielle Soforthilfe Covid-19“ sollte vor allem jene Menschen mit bis zu 800 Euro monatlich unterstützen, die auf keine anderen Unterstützungsleistungen des Staates oder des Landes zurückgreifen können. Nach Ansuchen per Eigenerklärung bei den Sozialsprengeln wurde diese Leistung nach maximal 30 Tagen ausbezahlt. „Wir wollten eine Auffangleistung schaffen“, hob Landesrätin Deeg hervor. Insgesamt 1210 Antragsteller wurden so mit 2,003 Millionen Euro unterstützt .

Eine weitere Covid-Leistung waren der Sondermietbeitrag und der Sonderbeitrag für Wohnungsnebenkosten. Von April bis Juli 2020 nahmen 6075 Leistungsempfänger diese Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch, wofür Geldmittel in Höhe von 7,92 Millionen Euro zur Verfügung standen.
Landesrätin Deeg unterstrich, dass weiterhin auch die ordentlichen Leistungen der finanziellen Sozialhilfe in Anspruch genommen werden konnten: 1100 Leistungsempfänger wurden mit 2,01 Millionen Euro über dem sozialen Mindesteinkommen und 8500 Bürgerinnen und Bürger mit 9,08 Millionen Euro durch den Beitrag Miete und Wohnungsnebenkosten finanziell unterstützt.

„Wir erwarten, dass künftig verstärkt Sozialhilfeleistungen - vor allem der Mietbeitrag - beantragt werden. Denn die finanziellen Schwierigkeiten werden andauern und die Wohnmarktsituation sich weiter anspannen“, gab der Burggräfler Sozialdienstdirektor Prinoth zu bedenken. Landesrätin Deeg unterstrich, sich dieser Situation bewusst zu sein und erinnerte: „Mit der Anfang Juni begründeten Task Force Armut wollen wir gut hinschauen, ob wir die Menschen mit den Leistungen treffen und was es an zusätzlichen Leistungen braucht, um die Menschen in unserem Land im sozialen Netz auffangen zu können.“

lpa/stol