„Es kommt für uns nicht unerwartet. Die Anweisung dazu hat Rom ja bereits Mitte August gegeben“, sagt dazu A22-Präsident Walter Pardatscher. Und nachdem im Sparpaket kein Hinweis auf eine InHouse-Lösung zu finden war, war mit der tatsächlichen Ausschreibung zu rechnen. „Und es war auch klar, dass Rom es damit eilig haben würde“, fügt Pardatscher hinzu. Denn mit der Konzessionsvergabe der Brennerautobahn sind finanzielle Einnahmen verbunden, die der Staat bereits im Haushalt verplant hat. „Auch schon im heurigen“, weiß der Präsident. Nun scheint es also Realität, die Ausschreibung dürfte – Indiskretionen zufolge – heute im Laufe des Tages erfolgen. Details dazu wurden allerdings noch nicht bekannt, weder, ob es sich um eine Ausschreibung handelt, bei der in einem ersten Schritt interessierte Firmen eingeladen werden, ohne bereits weitere Vorgaben zu machen. Oder ob bereits konkrete Anforderungen enthalten sind. „Einige Eckdaten stehen ja schon im famosen Artikel 47“, sagt Pardatscher. Dazu gehören die 34 Millionen Euro für die Querfinanzierung des BBT sowie die Summe von 568 Millionen Euro an den Staat, in Raten zu 70 Millionen Euro. „Das sind jedoch Mindestzahlen, in der Ausschreibung kann das anders aussehen“, erklärt Pardatscher. Der Ausschreibungstext könnte zudem das Ausmaß der zukünftigen Arbeiten für das Territorium enthalten. Wichtig auch: die nächsten Termine. Es handelt sich auf jeden Fall nicht um eine 'gmahnte Wiesn' für die Brennerautobahngesellschaft“, unterstreicht Pardatscher. Zumal schon durchgesickert ist, dass es noch andere Interessenten gibt. „Die bislang für den BBT beiseite gelegten 440 Millionen Euro – bis 2014 werden es 550 sein – sind von der Konzessionsvergabe nicht betroffen. Dieses Geld gehört der Gesellschaft, die weiter bestehen bleibt“, stellt Pardatscher klar. Schließlich hat sie neben der A22 noch andere Tätigkeitsbereiche.Auch die Landesregierung wird sich heute mit der Ausschreibung befassen. Landeshauptmann Luis Durnwalder ist überzeugt, dass die künftigen Betreiber dazu verpflichtet werden müssten, bereits geplante Bauprojekte fortzuführen und Ausgleichsgelder für die Anrainergemeinden zu bezahlen. Wenn es gemeinsam mit Trient gelinge, diese Bedingungen in der Ausschreibung zu verankern, bestünden Chancen, die Konzession „im Land zu behalten.“ih/ler