Angestellte im öffentlichen Dienst warten zwei Jahre auf die Abfertigung, wenn sie in Pension gehen oder den Job wechseln. Landesrätin Magdalena Amhof will den Landesangestellten die Wartezeit auf 90 Tage verkürzen, indem das Land das Geld vorstreckt. Im Dezember stellte sich jedoch heraus, dass dies in den Kollektivverträgen zu verankern ist. Also alles zurück an den Verhandlungstisch.<BR /><BR />Dort hätte es eine schnelle Sache werden sollen, kam aber anders. Nach über drei Monaten hat man sich auf einen Passus im BÜKV geeinigt. Keine Hexerei, denn er verweist nur auf einzelne Bereichsverträge, mit denen das Vorhaben umzusetzen ist.<h3> Auf gesamten öffentlichen Dienst ausweiten</h3>„Nirgends steht geschrieben, dass wir uns nur einmal pro Woche treffen. Das hat die Arbeitgeberseite festgelegt“, sagt Ulli Bauhofer (CGIL/AGB). Zuletzt wurde um die Elternzeit gerungen. Sie kann künftig bis zum 14. Lebensjahr des Kindes beantragt werden. Eine staatliche Bestimmung, die das Land übernehmen muss. „Dabei wollte man aber eine bisherige Passage aus dem BÜKV streichen, wo wir nicht mitgespielt haben“, sagt Karin Wellenzohn vom ASGB. <BR /><BR />Vor allem die Gewerkschaften drängten darauf, den schnellen Weg zur Abfertigung auf den gesamten öffentlichen Dienst auszudehnen. Während für die Landesangestellten im Haushalt nämlich bereits 30 Millionen Euro reserviert sind, fehlt für die anderen das Geld. Es gab zwar mündliche Zusagen von Sanität und Gemeinden, 2027 nachziehen zu wollen. „Mündlich aber wurde schon vieles zugesagt aber nicht eingehalten“, so Bauhofer und Wellenzohn.<h3> Projekt seit zwei Jahren auf dem Tisch</h3>Der Vertrag geht am 17. April in die Landesregierung und dann zur Vorunterzeichnung an die Gewerkschaften. Diese unterschreiben mit Bauchweh: „Das Vorhaben ist gut, denn wir wissen, wie hart die Mitarbeiter auf die Abfertigung warten, aber es gilt eben leider nicht für alle“, so Wellenzohn und Bauhofer. „Man könnte das Ganze ja auch einmal positiv sehen“, kontert Amhof. <BR /><BR />Das Land sei Vorreiter, alle anderen würden schrittweise folgen. „Das Projekt für die Landesangestellten liegt seit zwei Jahren auf dem Tisch. Plötzlich hätte es im Jänner für alle greifen sollen“, so Amhof. Um die entsprechenden Gelder sei jetzt aber erst mit dem Landeshauptmann zu diskutieren.<BR /><BR />Der Vertrag für die Landesangestellten geht nach der Vorunterzeichnung an Rechnungsrevisoren und Rechnungshof. „Parallel arbeiten wir daran, den nötigen Passus im Bereichsvertrag fürs Land einzubauen“, so Amhof. Unterm Strich könnte das normative Regelwerk bis Mitte Juni unter Dach und Fach sein.