Montag, 13. September 2021

Abkommen mit INAIL für berufsbedingte Long-Covid-Fälle

Ein nun geschlossenes Abkommen zwischen Sanitätsbetrieb und INAIL, dem Versicherungsinstitut für Arbeitsunfälle, ermöglicht es, Langzeitschäden nach berufsbedingten Infektionen auch arbeitsmedizinisch anerkannt zu bekommen, heißt es am heutigen Montag in einer Aussendung.

Immer mehr Personen beklagen sich über „Long-Covid-Symptome“.
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Immer mehr Personen beklagen sich über „Long-Covid-Symptome“. - Foto: © Picasa
Die Fälle von Langzeitfolgen nach einer Corona-Erkrankung häufen sich. Immer mehr Patienten klagen über sogenannte „Long-Covid-Symptome“, schreibt der Sanitätsbetrieb in einer Aussendung.

Das Abkommen zwischen dem Sanitätsbetrieb und INAIL entstand in Zusammenarbeit mit der Primarin der Infektionsabteilung, Elke Maria Erne, und der ärztlichen Landesleiterin des INAIL Südtirol, Primarin Ornella Capozzi mit dem Zweck, dass Langzeitschäden nach berufsbedingten Infektionen auch arbeitsmedizinisch anerkannt werden sollen.

Erne war es, die bereits seit einigen Monaten eine eigene Ambulanz für Long-Covid-Patienten ins Leben gerufen hat – und der ständig wachsende Zustrom an Menschen, die auch noch Wochen nach ihrer Erkrankung an Folgeschäden wie Erschöpfung, Müdigkeit, Muskelschmerzen und neurologischen Ausfällen wie beispielsweise Gedächtnisschwierigkeiten leiden, beweist, wie wichtig dieser Schritt war, heißt es in der Aussendung.

Da das INAIL als Versicherungsinstitut für Arbeitsunfälle für die physische und psychische Wiedergesundung der Arbeitnehmer zuständig ist, war es für Landesleiterin Ornella Capozzi eine logische Schlussfolgerung, dass auch die Kosten für die Betreuung und Behandlung nach berufsbedingten Infektionen mit Folgen vom INAIL übernommen werden.

„Biologische Schäden“

Konkret geht es dabei darum, dass mitunter auch mehr als 12 Wochen nach der Erkrankung Beschwerden auftreten, die vom INAIL – falls durch die Fachleute der Long-Covid-Ambulanz bestätigt – als sogenannte „biologische Schäden“ eingestuft werden. Dazu werden von der Arbeitsmedizinerin mitgeteilte Personen innerhalb von 7 Tagen in der Long-Covid-Ambulanz einer ausführlichen Untersuchung, unter anderem einer neuropsychologischen Abklärung, unterzogen.

Generaldirektor Florian Zerzer ist froh darüber, dass dieses Abkommen nun zustande kommen konnte: „Leider haben wir immer mehr Personen, die auch Wochen und Monate nach einer Corona-Infektion mit Folgeerscheinungen zu kämpfen haben. Vor allem für Menschen, die sich die Erkrankung im Rahmen ihrer Arbeitstätigkeit zugezogen haben, ist es nun eine große Erleichterung, dass sie sich in der Long-Covid-Ambulanz behandeln lassen können und das INAIL dies auch arbeitsrechtlich anerkennt.“

Giovanna Pignataro, Landesdirektorin des INAIL sagte: “Mit diesem Abkommen haben wir die notwendigen ersten Schritte unternommen, um die Zusammenarbeit in der Betreuung der Arbeitnehmer in dieser schwierigen Situation zu verstärken. Damit haben wir eine Basis geschaffen, um medizinische Erkenntnisse nach dem Verlauf der Erkrankung zu erweitern und um die psycho-physische Rehabilitation so gut wie möglich zu unterstützen.“

stol