Samstag, 13. Februar 2021

Abschied mit langem Applaus für Conte

Bei der feierlichen Zeremonie zur Amtsübergabe an den neuen italienischen Ministerpräsidenten ist es am Samstag in Rom für den zurückgetretenen Premier Giuseppe Conte zu bewegenden Kundgebungen gekommen. Das Personal des Regierungssitzes Palazzo Chigi zeigte sich mit der symbolischen Übergabe einer kleinen Glocke von Conte an Draghi an den Fenstern des Palastes und applaudierte dem parteilosen Juristen lange, der seit Juni 2018 das Amt des Premiers bekleidet hatte.

Auf Conte folgt Draghi: Am Samstag wurden die Amtsgeschäfte in Rom übergeben.
Auf Conte folgt Draghi: Am Samstag wurden die Amtsgeschäfte in Rom übergeben. - Foto: © ANSA / ETTORE FERRARI
Der 56-jährige Conte dankte den Mitarbeitern des Regierungsamts und verließ den Palast. Auf dem Platz vor dem Regierungssitz versammelten sich Anhänger Contes, die ihm zujubelten. Conte winkte ihnen auch von dem Auto aus zu, mit dem er wegfuhr. Obwohl seine Mitte-links-Regierung wegen des Koalitionsbruchs des Juniorpartners Italia Viva Mitte Jänner gestürzt war, galt Conte bisher als beliebteste politische Persönlichkeit in Italien. Vor allem in Zeiten der Pandemie hatte der süditalienische Rechtsprofessor an Popularität gewonnen.

Auch Draghi kann mit hohen Popularitätswerten rechnen. 61 Prozent der Italiener befürworten eine Regierung um den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Notenbank (EZB). Laut einer vom Meinungsforschungsinstitut EMG durchgeführten Meinungsumfrage haben 25 Prozent der Befragten „viel Vertrauen“ in Draghi, 36 Prozent „ziemliches Vertrauen“. 14 Prozent behaupteten, sie hätten „wenig Vertrauen“, 11 Prozent „überhaupt kein Vertrauen“ in „Mister Euro“, wie Draghi von italienischen Medien gern genannt wird.

Draghi leitete am Samstag seine erste Ministerratssitzung. Dabei wurde der parteilose Jurist Roberto Garofoli zum neuen Staatssekretär ernannt. Draghis Kabinett, das 67. der italienischen Republik, stützt sich auch eine breite Koalition aus fast allen im Parlament vertretenen Parteien mit Ausnahme der rechtextremen „Fratelli d Italia“ (FdI/Brüder Italiens) um Giorgia Meloni.

apa