Für die Vorsitzende der Jungen Generation, Anna Künig, handelt es sich hierbei um „einen wichtigen Meilenstein, der die Situation vieler junger Südtiroler verbessert.“ Jedes Jahr würden sich zahlreiche Südtiroler für eine Ausbildung an einer Fachhochschule in Österreich entscheiden, heißt es in einer Aussendung. Deshalb sei man stolz auf das, was bisher erreicht wurde. <h3> Neue Perspektiven und wertvolle Kompetenzen</h3> „Auslandserfahrungen eröffnen die Möglichkeit, neue Perspektiven zu gewinnen und wertvolle Kompetenzen zu erwerben“, betont Künig. „Gerade in Zeiten, in denen der Begriff ‚Brain Drain‘ allgegenwärtig ist, sind Entscheidungen wie diese umso bedeutender.“ Die fehlende Anerkennung ihrer Abschlüsse in Südtirol habe oft ein erhebliches Hindernis dargestellt, das junge Südtiroler davon abhielt, nach ihrem Abschluss in ihre Heimat zurückzukehren.<BR /><BR /><embed id="dtext86-69183879_quote" /><BR />Bildungslandesrat Achammer hofft, dass dies nun ein Argument mehr für eine Rückkehr nach Südtirol ist. „Die Anerkennung des Fachhochschulstudiums ermöglicht die Teilnahme an öffentlichen Wettbewerben und verbessert die Karrierechancen.“ <BR /><BR />Die Expertenkommission Italien-Österreich hat kürzlich bei einer Verhandlungsrunde das entsprechende Abkommen unterzeichnet (wir haben berichtet). „Die erstmalige Anerkennung österreichischer Fachhochschulabschlüsse ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit“, erklärt Achammer. <BR /><BR />Bisher sei stets vonseiten Roms argumentiert worden, dass österreichische Fachhochschulen keine klassischen Universitäten seien und „deshalb für Italien irrelevant“. Aber bekanntlich ist Geduld der Schlüssel zum Erfolg: „Fachhochschulen bieten vollwertige Studien an. Diese Auslegung hat sich durchgesetzt“, freut sich Achammer. Damit öffnen sich Türen und Tore für die Anerkennung von weiteren Fachhochschulstudien: Schritt für Schritt wolle man das angehen. 2026 findet die nächste Verhandlungsrunde der Expertenkommission in Wien statt. Beim Land bereitet man sich bereits darauf vor und Achammer verspricht, „auf alle Fälle“ dranzubleiben. <h3> Formale Prozedur ist aber noch ausständig</h3>Von jetzt auf gleich erfolgt die Anerkennung aber nicht. Das Abkommen wurde zwar unterzeichnet, die österreichische und die italienische Staatsregierung müssen es aber noch ratifizieren. „Eine Formsache“, sagt Achammer und rechnet damit, dass die formale Prozedur in der ersten Jahreshälfte 2025 abgeschlossen sein dürfte. Dann können sich Interessierte an die Universität Bozen wenden und dort einen Antrag auf Anerkennung stellen. <BR /><BR />In einer Aussendung bezeichnet die Südtiroler HochschülerInnenschaft sh.asus die Reform als Schritt in die richtige Richtung, fordert aber langfristig eine europäische Lösung. Dem kann Achammer zu 100 Prozent zustimmen. „Die EU-Staaten müssen sich um eine Lösung bemühen“, sagt er.