Mittwoch, 25. Juli 2018

Abweichung von Proporz, um Dienste zu garantieren

Die Landesregierung hat den Südtiroler Sanitätsbetrieb am Dienstag dazu ermächtigt, insgesamt 66,5 Stellen – die meisten von ihnen im Gesundheitsbezirk Bozen – in Abweichung des Sprachgruppenproporz zu besetzen. 40 Krankenpfleger, 20 Ärzte, 2 biomedizinische Labortechniker, 2 Verwaltungsinspektoren, ein medizinisch-technischer Assistent, ein Datenanalytiker und eine Teilzeitstelle für einen Physiker können demnach mit Bewerbern besetzt werden, die nicht der deutschen Sprachgruppe angehören, sondern der italienischen.

 Das wichtigste Ziel der Landesregierung ist es, dringend notwendige Gesundheitsleistungen aufrechtzuerhalten - Foto: pixabay
Badge Local
Das wichtigste Ziel der Landesregierung ist es, dringend notwendige Gesundheitsleistungen aufrechtzuerhalten - Foto: pixabay

„Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Patienten. Unser wichtigstes Anliegen ist es, dass sie alle bestmöglich versorgt werden. Das können wir allerdings nur dann sicherstellen, wenn alle Abteilungen genügend Personal haben. Fakt ist aber, dass wir in Südtirol derzeit nicht ausreichend deutschsprachiges Personal finden, die Ranglisten sind erschöpft", erklärt Gesundheitslandesrätin Martha Stocker.

Diesem Mangel versuche man zwar mit Kampagnen – etwa für den Pflegeberuf – entgegenzuwirken – die Krankenhausabteilungen könnten aber nicht auf die Absolventen künftiger Jahrgänge warten, sondern müssten ihre Leistungen jetzt sichern. Um dies zu gewährleisten, habe man auch durch den neuen Kollektivvertrag besondere Anreize für Jungärzte geschaffen. 

Ausgleiche finden in Zukunft statt

„Es ist selbstverständlich auch Teil unserer Entscheidung, diese Abweichungen bei neuen Aufnahmen in Zukunft auszugleichen", betont die Landesrätin. Viele der Bewerber hätten darüber hinaus auch bisher schon im Südtiroler Sanitätsbetrieb gearbeitet, allerdings mit Werkverträgen.

Zweisprachigkeitsnachweis bei unbefristetem Vertrag

Stocker weist zudem darauf hin, dass diejenigen, die jetzt unbefristet aufgenommen werden, den entsprechenden Zweisprachigkeitsnachweis vorweisen müssen. Alle anderen werden nur befristet aufgenommen. „Diese Mitarbeiter gehen mit ihrem Arbeitsvertrag die Verpflichtung ein, ihre Sprachkompetenzen innerhalb von 3 Jahren zu verbessern und die entsprechende Prüfung abzulegen", sagt die Landesrätin.

Mit dieser Maßnahme kommt die Landesregierung mehreren Ersuchen nach, die der Südtiroler Sanitätsbetrieb in den vergangenen Monaten gestellt hat, um dringend notwendige Gesundheitsleistungen garantieren zu können.

stol/lpa 

stol