Mittwoch, 28. Juni 2017

Achammer: „Es gibt keine Alternative zur Integration“

Integration durch Leistung und Eigeninitiative: Das Land Südtirol stellt den Migranten Angebote zur Verfügung, die ihre gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft fördern. Gleichzeitig fordert es aber auch eine gewisse Eigeninitiative und Integrationsanstrengung vonseiten der neuen Bürger.

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Foto: © shutterstock

„Grundvoraussetzung für die Integration ist die Sprache“, so Integrationslandesrat Philipp Achammer am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Zudem sei es besonders wichtig, die Regeln zu kennen, die in unserer Gesellschaft herrschen. 

Gleichberechtigter Zugang in allen Bereichen

In der 2016 von der Landesregierung genehmigten Integrationsvereinbarung werden den neuen Bürgern der gleichberechtigte Zugang sowie Partizipationsmöglichkeiten in allen Bereichen des gesellschaftlichen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens zugesichert.

Zugleich werden sie aber verpflichtet, „sich aktiv in den Integrationsprozess einzubringen und diesbezügliche Angebote zu nutzen – unumgänglich sind hierbei die Beherrschung der Landessprache(n) sowie die berufliche Qualifikation für den Einstieg in den Arbeitsmarkt.“

Um dieses Prinzip der „Integration durch Leistung“ rechtlich zu verankern, wird das geltende Integrationsgesetz so abgeändert, dass der Zugang zu jenen Leistungen, die über die Grundleistungen hinausgehen, unter Wahrung der Grundsätze der Verhältnismäßigkeit und der Vernünftigkeit an die Teilnahme an Maßnahmen zur Förderung der Integration geknüpft werden können. 

Kostenlose Sprachkurse für Migranten und Flüchtlinge

Maßnahmen zur Förderung der Integration sind unter anderem Sprachkurse, Integrations- und Orientierungskurse sowie die Erfüllung der Schulpflicht durch die Kinder.

Die öffentliche Hand unterstützt die Integrationsbemühungen über verschiedene Schienen. So finanziert etwa die Koordinierungsstelle für Integration des Landes Projekte und Inklusionsinitiativen von Gemeinden oder Bezirksgemeinschaften.

Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Sprachzentren schaffen die Voraussetzungen für Integration durch Sommer-Sprachkurse, Projekte mit einzelnen Schulen, die Bereitstellung von eigens ausgebildeten Lehrpersonen für Deutsch als Fremdsprache, die Beauftragung interkultureller Mediatoren oder Beratung und Fortbildung für Lehrpersonen.

Sowohl für Migranten als auch für Flüchtlinge werden unentgeltliche Sprachkurse für Deutsch und Italienisch angeboten. In ihrer Sitzung habe die Landesregierung zusätzlich Mittel von 300.000 Euro für Deutschkurse bereitgestellt, so Landesrat Achammer.

3 Migrantenberatungsstellen - Weitere folgen

Migrationsberatungsstellen gibt es bereits in Bozen (Migrantes), Meran (Moca) und Bruneck (Input); eine weitere entsteht derzeit in Schlanders und wird von der Koordinierungsstelle für Integration mitfinanziert.

Verschiedene Projekte und Initiativen werden auch von Landesämtern umgesetzt, beispielsweise Deutsch- und Alphabetisierungskurse für Migranten, Erarbeitung und Bereitstellung von spezifischem Unterrichtsmaterial für Kindergärten und Schulen oder Fortbildungen für Lehrpersonen. Zahlreich sind auch die Projekte und Initiativen der Gemeinden und Bezirksgemeinschaften sowie der Zivilgesellschaften und öffentlicher Einrichtungen wie Bibliotheken.  

Nach Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Bestimmung werden Zusatzleistungen des Landes für die verschiedenen Zuständigkeitsbereiche festgelegt. Zusatzleistungen sind etwa Familiengeld oder Mietbeihilfe.

„Es gibt keine Alternative zur Integration. Wir wollen ein friedliches Zusammenleben gewährleisten und Ghettobildung vermeiden“, betonte Achammer abschließend. Und dafür brauche es Anstrengung vonseiten der neuen Mitbürger, ein Teil der Gesellschaft zu werden.

lpa/stol

stol