Samstag, 04. Mai 2019

Achammer: „Haben unsere Seele nicht verkauft“

Als erster Redner der 64. ordentlichen Landesversammlung der SVP in Meran betrat Parteiobmann Philipp Achammer am Samstagvormittag die Bühne. Dabei betonte er nicht nur die Unterstützung für Herbert Dorfmann, sondern adressierte auch Kritik und Vorwürfe gegen die SVP - und rief zum parteiinternen Zusammenhalt auf.

Philipp Achammer räumte mit Kritik und Vorwürfen gegen die SVP auf. - Foto: DLife
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Philipp Achammer räumte mit Kritik und Vorwürfen gegen die SVP auf. - Foto: DLife

Seit den Landtagswahlen am 22. Oktober habe sich die politische Landschaft stark verändert, begann Achammer. Es sei Kritik laut geworden, die großen Volksparteien seien in der Krise und würden nicht mehr die richtigen Antworten für die Fragen der Zeit finden. 

Der SVP fehle die Führung, man habe die eigene Geschichte vergessen.

„Solche Kommentare wundern mich nicht, immerhin stehen wir im Mittelpunkt des Interesses, natürlich werden wir kritisiert. Aber gegen einen Vorwurf werde ich immer ankämpfen: Dass wir unsere eigene Seele verkauft hätten, indem wir Koalitionen mit Lega und Forza Italia eingegangen sind. Diese Leute wissen nicht, was die SVP ausmacht: Unsere Partei hat Werte, die sie nicht aufgibt, auch, wenn ihre Partner andere werden.“

„Öffentliche Kritik an eigener Partei muss aufhören“

Die SVP suche Ausgleich im Land, wolle nicht ausgrenzen oder aufhetzen. Man suche keinen Schuldigen und mache auch nicht Politik auf den Kosten der Schwächsten, sondern stelle alle Menschen in den Mittelpunkt. „Die SVP ist eine Partei, die die Demokratie lebt.“

Das „Ich zuerst“ sei der größte politische Feind, dem sich gerne die Populisten verschreiben. Die SVP hat die Aufgabe, das „Wir-Gefühl“ nach außen zu tragen! Aber dazu müssen wir mit dem Wir in unserer eigenen Partei beginnen, um glaubwürdig zu sein. „Das öffentliche Kritisieren der eigenen Partei muss aufhören“, betonte Achammer unter Applaus. 

„Menschen und Funktionäre in der Partei kommen und gehen. Das Einzige, was bleibt, ist unser Ideal, unser Auftrag, unser Erbe. Und dafür müssen wir zusammenstehen.“

An den Landeshauptmann: „Wir stehen zusammen“

Und noch einem weiteren Gerücht machte Achammer in seiner Reden den Garaus: „Der SVP wird oft vorgeworfen, die Spitze sei zerstritten. Deshalb hier noch einmal offiziell und endgültig, lieber Arno: Auch wenn man mal anderer Meinung sein sollte, wir stehen zusammen, für die Partei, und es gibt keinen Zweifel, dass wir einen hervorragenden Landeshauptmann haben, mit dem ich persönlich auch sehr gerne zusammenarbeite.“

„Nie wieder Nationalismus“

Auch auf den vorherrschenden Rechtsruck in Europa kam der Parteiobmann zu sprechen: „Unser Land hat den Nationalismus hautnah erlebt. Wir müssen vor allem eines sagen: Nie wieder! Stellen wir uns vor, die Grenze am Brenner sei nicht mehr offen, es gäbe keine Einheitswährung. Wir müssen uns wehren, dass das Rad der Zeit zurückgedreht wird. Und dazu haben wir am 26. Mai die Möglichkeit. Wir müssen ein Zeichen setzen und sagen: Wir lassen uns die Europäische Union nicht von Miesmachern nehmen.“

Am 26. Mai müsse eine Entscheidung getroffen werden: „Wir müssen dafür kämpfen, dass die Europäische Union auch noch für unsere Kinder und Enkelkinder existiert und dass Südtirol weiterhin mitreden kann. Und unsere Chance dafür ist Herbert Dorfmann.“

stol

stol