Dienstag, 22. März 2022

Achammer: „Ich lasse mich nicht verräumen“

„Ich bin gutmütig, aber nicht blöd und lasse mich nicht verräumen“: Harte Worte von SVP-Chef Philipp Achammer in der SVP-Fraktion. Die Veröffentlichung der SAD-Protokolle, so sagten dort am Montag mehrere, sei eine gezielte Aktion, um die Machtverhältnisse in der SVP – Obmann inklusive – zu kippen. „Aber beim Spiel Obmann-Verräumen spiel ich nicht mit“, so Achammer.

„Wenn einige glauben, sie könnten jetzt den Obmann als Schuldigen abstempeln, der nicht aufklären wollte, dann täuschen sie sich“, so Philipp Achammer. - Foto: © DLife/LO

Für eine Stunde angesagt, dauerte die Sitzung der SVP-Fraktion am Montagmittag fast 3 Stunden, denn es wurde Tacheles geredet: Von Parteispenden, die nur wenigen zugutekamen bis hin zu den SAD-Protokollen, die für Verunsicherung sorgen und Gert Lanz, der erklärt hatte, es „graue ihm davor, mit gewissen Leuten an einem Tisch zu sitzen“, kam fast alles aufs Tapet.

Der Schuss von Lanz ging aber nach hinten los. Seine Aussagen brachten nicht nur Thomas Widmann auf die Palme. Kompatscher-Getreue wie Arnold Schuler und Daniel Alfreider ausgenommen, hagelte es von allen Seiten Kritik. Aufgabe eines Fraktionssprechers sei es zu schlichten und nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen.

Gezielte Aktion für Umsturz der Machtverhältnisse in der SVP

Lanz ist aber nur ein Mosaikstein. Mehrere Abgeordnete stellten fest, dass sie das Spiel durchschaut hatten und sich nicht für dumm verkaufen ließen. Die Veröffentlichung der SAD-Protokolle sei eine gezielte Aktion, um die Machtverhältnisse in der Partei bei den Wahlen in den SVP-Bezirken bis hin zum Obmann zu kippen. „Wir spüren alle, was da läuft und dass Achammers Kopf auch drinnen hängt“, sagt ein Mitglied der Fraktion.

Jasmin Ladurners auch an den Obmann gerichtete Rücktrittsforderung und seit Monaten kursierende Aussagen, wonach es nach Veröffentlichung der Protokolle einen Wechsel in der Brennerstraße brauche, kämen nicht von ungefähr und seien instrumentalisiert. Einige nannten Karl Zeller als Strippenzieher. „Wegen ein paar Telefongesprächen läuft alles in eine Richtung. Mir aber fehlen die Gespräche auf der anderen Seite. Dann könnten sich die Leute ein vollständiges Bild machen“, so Manfred Vallazza. In 20 Jahren als Ortsobmann habe er Streit erlebt. „Eine Partei so kaputt zu machen, gab es aber nie.“

„Lasse mich nicht verräumen“

Allemal lässt sich Obmann Achammer nicht den Schwarzen Peter zu spielen. „Wenn einige glauben, sie könnten jetzt den Obmann als Schuldigen abstempeln, der nicht aufklären wollte, dann täuschen sie sich“, so Achammer. Er komme weder in den Abhörprotokollen noch bei den Parteispenden vor. „Und ich lasse mich nicht verräumen.“

Er, so Achammer, halte sich nicht „mit miesen Tricks im Hintergrund“ und habe sich „auf Basis von Gesetzen bei der Staatsanwaltschaft informiert“, was von den abgehörten Gesprächen veröffentlicht werden dürfe und was nicht. „Was man veröffentlichen kann, wird sehr zeitnah aufgearbeitet.“

Kompatscher: Vertrauen ist verletzt

Laut Landeshauptmann Arno Kompatscher sei das Vertrauen durch Details aus den Protokollen verletzt. Entschieden werde aber nicht aufgrund von Emotionen, sondern nüchterner Analyse in den Parteigremien. Eine Entscheidung sei in Kürze zu erwarten. Er schließe personelle Konsequenzen „weder ein noch aus.

bv

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