Die katastrophalen Umfragewerte des PdL, finanzielle Probleme mit seinen Medienunternehmen und Meinungsverschiedenheiten mit seiner „rechten Hand“ Angelino Alfano haben den TV-Tycoon zur Kapitulation bewogen.„Ich verzichte auf die Kandidatur. Man wird ja sehen, ob jemand besser abschneiden wird als ich . Ich hoffe es aus ganzem Herzen“, sagte ein verbitterter Berlusconi zu seinen engsten Mitarbeitern.Der Mailänder Großunternehmer verzichtete auf seine Kandidatur unter dem Druck des Parteigremiums, das eine katastrophale Niederlage bei den Parlamentswahlen befürchtet, sollte der gebeutelte Medientycoon zum sechsten Mal in den vergangenen 18 Jahren seine Kandidatur für das Premieramt eingereicht. „Ich bleibe aber an der Seite derer, die jünger sind und Tore schießen wollen“, sagte der fußballversessene 76-Jährige. Er habe zwar noch immer ausreichend Muskeln und einen Kopf auf seinen Schultern, doch seine Rolle werde es sein, zu beraten.In dieser verworrenen Situation hat in Berlusconis PdL bereits die Jagd nach dem Premierkandidaten begonnen. Vorwahlen, die voraussichtlich am 16. Dezember stattfinden werden, sollen bestimmen, wer anstelle des TV-Königs antreten wird. Mehrere Schwergewichte der Partei wollen an den Urwahlen teilnehmen. Zu ihnen zählen der seit Juli 2011 amtierende Parteichef Alfano, der sogar mit seinem Rücktritt gedroht hat, sollte Berlusconi nicht auf seine Premierkandidatur verzichten.Weitere mögliche Kandidaten sind der römische Bürgermeister Gianni Alemanno, der Ex-Landwirtschaftsminister Giancarlo Galan und die Berlusconi-Vertraute Daniela Santanché.Die Zukunft der stärksten Einzelpartei Italiens bleibt weiterhin durchaus ungewiss.mit/stol