Sonntag, 02. Dezember 2018

AfD-Chef Meuthen: Parteinachwuchs muss sich von Extremisten trennen

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat der Nachwuchsorganisation seiner Partei mit schwerwiegenden Konsequenzen gedroht, sollte sie sich nicht von Extremisten in ihren Reihen trennen.

Mehrere Funktionäre der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) bemühen sich um ein gemäßigteres Auftreten ihres Verbandes.
Mehrere Funktionäre der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) bemühen sich um ein gemäßigteres Auftreten ihres Verbandes. - Foto: © APA/AFP

Er setze „auf die Selbstreinigungskräfte unserer Parteijugend“, sagte Meuthen der „Welt am Sonntag“. „Sollte der Jungen Alternative dies jedoch nicht gelingen, muss und wird die Partei entschieden einschreiten. Die Ultima Ratio wäre eine Aberkennung der Jungen Alternative als Jugendorganisation der AfD, ich glaube und hoffe jedoch, dass dies nicht nötig sein wird.“

Dem Jugendverband werden immer wieder Verbindungen ins rechtsextreme Milieu vorgeworfen. Die Landesverbände in Baden-Württemberg, Bremen und Niedersachsen werden aus diesem Grund vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Südwest-JA löste sich daraufhin auf, der Landesverband in Niedersachsen wurde vom Bundesverband aufgelöst.

Funktionäre bemühen sich um gemäßigteres Verhalten 

Meuthen sagte der Zeitung: „Die Partei muss der Jungen Alternative wie ein Vater seinen Kindern sagen: Wenn ihr jetzt nicht sofort auf den Pfad der Tugend zurückkehrt, dann werdet ihr die schützende Hand des Vaters verlieren. Diese Drohung ist jetzt nötig, und sie muss glaubwürdig sein, sonst macht man sich unglaubwürdig.“

Mehrere Funktionäre der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) bemühen sich nach einem Medienbericht um ein gemäßigteres Auftreten ihres Verbandes. Bundes- und Landesvorstandsmitglieder der JA hätten dies in einem Schreiben an die Mutterpartei angekündigt, berichteten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ am Freitagabend.

So wollten sie in Zukunft unter anderem auf das Singen der ersten Strophe der Nationalhymne verzichten und nicht mehr an Aktionen der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung teilnehmen.

dpa

stol