Der Sitz des Regionalparlaments wurde zum zweiten Mal binnen weniger Tagen durchsucht. Dabei wurden Dokumente beschlagnahmt, die angeblich den ehemaligen Fraktionschef der PdL in der Region, Franco Fiorito, belasten. Dieser wird zusammen mit Battistoni der Veruntreuung von Parteigeldern beschuldigt.Mit riesigen Summen aus den Parteikassen soll sich Fiorito unter anderem teure Urlaube, Partys und Parteiveranstaltungen finanziert haben. Fiorito, der wegen seiner Vorliebe fürs Luxusleben bekannt ist, legte seine Funktion in der Partei vorübergehend auf Eis. Die Ermittler entdeckten, dass Fiorito mehrere Bankkonten im Ausland besitzt. Fiorito beteuerte seine Unschuld. Er habe keine Parteigelder abgezweigt, behauptete der Politiker, der jetzt einige Parteikollegen belastet.Der Skandal erschüttert auch die Präsidentin der Region Lazio, Renata Polverini, eine politische Vertraute Berlusconis. Die Forderungen nach dem Rücktritt Polverinis, die wie Fiorito der PdL angehört, haben sich in den letzten Tagen verstärkt. Die Politiker versicherte, dass sie über den verschwenderischen Umgang Fioritos mit Parteigeldern nicht informiert war. Zeitungen veröffentlichten jedoch Fotos von Polverini bei Fioritos Partys. Die Politikerin erklärte, sie werde am Freitag bekanntgeben, ob sie ihren Rücktritt einreichen werde.Unter dem Druck der öffentlichen Meinung kündigte Polverini eine strenge Sparpolitik an. 22 Millionen Euro will die Region bis Ende des Jahres einsparen. Bis 2014 sollen Ausgaben in Höhe von 52 Millionen Euro gekürzt werden. Außerdem soll ab der kommenden Legislaturperiode die Zahl der Regionalratsmitglieder von 70 auf 50 schrumpfen. Die Ratsmitglieder werden von 16 auf zehn sinken.Nach mehreren Skandale um Veruntreuung von Parteigeldern, die in den letzten Monaten in der Öffentlichkeit helle Empörung ausgelöst haben, will das Parlament jetzt die Bilanzen der politischen Gruppierungen strengen Kontrollen unterziehen. Ein Ausschuss der Abgeordnetenkammer hat beschlossen, dass die Bilanzen der Parlamentsfraktionen von externen Gesellschaften kontrolliert werden müssen. Außerdem werden sich die Parteien an gemeinsame rechnerische Kriterien bei der Buchführung halten müssen.Die Parteibilanzen sollen darüber hinaus vom Rechnungshof überprüft und dann im Amtsbuch veröffentlicht werden. „Wir wollen damit für stärkere Transparenz sorgen“, sagte Fabrizio Alfano, Sprecher des Präsidenten der Abgeordnetenkammer Gianfranco Fini. Über 34,9 Millionen Euro betragen die Finanzierungen für die im Parlament vertretenen Fraktionen in diesem Jahr, die je nach Zahl der Parlamentarier proporzmäßig vergeben werden. apa